Jun07
2011
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Am gestrigen Tage präsentierte Apple, was uns auf Mac und auf Apples  iOS-Geräten in diesem Jahr noch erwartet. Sowohl Mac OS X als auch iOS erhalten ein umfangreiches Upgrade mit einem gehörigen Mehrnutzen für den Anwender. Dazu wurden noch zwei neue Dienste präsentiert, die das Leben in der Cloud noch bequemer machen sollen.

Bereits im Juli erscheint das siebte Upgrade von Apples Mac OS X.  Diese achte Generaton von Apples Betriebssystem mit dem Namen verkörpert nach Snow Leopard eine weitere Aufwertung von Leopard (Mac OS X 10.5), das 2007 als mehr oder weniger komplett neues Betriebssystem auf den Markt gebracht wurde. Hat sich Snow Leopard vor zwei Jahren zum größten Teil um Stabilität und Performance gekümmert, so bringt Lion nun viele kleine Neuheiten auf den Mac, vor allem einige Elemente, die sich bereits auf iOS-Geräten bewährt haben finden nun den Weg in das Betriebssystem für Apples Desktop- und Notebook-Computer.

Apple Lion

Apple nennt über 250 neue Funktionen, die man sich in Ruhe auf der Herstellerseite anschauen kann. Einige Highlights dieser neuen Funktionen sind:

  • neues Adressbuch, iCal und Apple Mail
  • Auto Save
  • Versions und Preview für Dokumente
  • Finder mit Launchpad und Mission Control
  • Apps resume
  • überarbeiteter Safari
  • zahlreiche neue Systemfunktionen
Eines der Features von Lion Server: iCal Server 3

Eines der Features von Lion Server: iCal Server 3

Das OS X Lion Upgrade wird ab Juli für 23,99 EUR verfügbar sein – und das ganz bequem über den Mac App Store. Grundvoraussetzung für den Einsatz von Lion ist eine aktuelle CPU in iMac, MacBook oder Mac Pro: Für Lion ist ein Mac mit Intel Core 2 Duo, Core i3, Core i5, Core i7 oder Xeon Prozessor erforderlich.

Darüber hinaus lässt sich mit Lion Server fast jeder Mac schnell und einfach in einen leistungsstarken Server verwandeln, der ideal für Büros zu Hause, Unternehmen, Schulen und natürlich auch für private Zwecke geeignet ist. Lion Server ist ab Juli für 39,99 € ebenfalls im Mac App Store erhältlich.

Ein großer Schritt wird die fünfte Generation von Apples Mobilesystem iOS sein. Nachdem iOS 4 im letzten Jahr viele neue Highlights (man denke an Multitasking, Ordner oder Factime) auf iPhone und co. gebracht hat, so hat es den Anschein, dass die iGeräte endlich erwachsen werden lässt: Keine großen Sprünge sondern viele kleine Funktionen, die sich jeder Nutzer seit langer Zeit wünscht, aber nur über den Umweg eines Jailbreaks erlangen konnte, finden nun den Weg auf die Geräte. Apple wirbt mit über 200 neuen Features, die wichtigsten sind:

Notification Center

Komplett überarbeitet wird das iPhone zukünftig ein von Grund auf erneuertes Benachrichtigungssystem mitbringen. Das “Notification Center” wird sich von jeder Stelle innerhalb des iOS über eine Wischgeste (den Finger von oben nach unten über das Display ziehen) aufrufen lassen und den direkten Zugriff auf alle eingegangenen Benachrichtigungen bieten. Auch auf dem Sperrbildschirm des iPhones wird das “Notification Center” eingeblendet werden und gestattet so auch im Standby-Zustand des Gerätes einen Blick auf alle Vorkommnisse der vergangenen Stunden zu werfen.

Neues Benachrichtigungssystem

News Stand

Was iBooks für Bücher ist wird der “News Stand” zukünftig für Zeitungen und Zeitschriften sein: Ein Kiosk, in dem sich ausgewählte Magazine abonnieren lassen. Dank Hintergrund-Download und einheitlicher Abo-Übersicht soll der “News Stand” die gewählten Ausgaben automatisch aus dem Zeitungskiosk laden und jederzeit zum Offline-Zugriff vorhalten.

Reminder

Endlich erhält das iPhone eine vernünftige ToDo-Liste für Termine und Aufgaben und man ist nicht mehr auf meist überteuerte Lösungen angewiesen – vor allem, wenn man sich eine zuverlässige Synchronisation wünscht.

Reminder

Safari

Im iOS 5 wird Safari um eine “Später-Lesen” Option erweitert werden, in der sich interessante Artikel zum späteren Lesen abspeichern lassen. Die ebenfalls neue “Reader”-Ansicht zeigt ausgewählte Webseiten in einer augenfreundlicen Nur-Text Darstellung an, wie man es bereits von der Desktop-Version des Safari kennt.

Quick-Access für die Kamera

Kamera

Runderneuert gibt sich auch Apples Kamera-App. Das beste Feature: Die schnelle Foto-Aufnahme aus dem Standby-Betrieb des iPhones. Zukünftig können Bilder entweder über die Lautstärketaste des Gerätes geschossen werden oder über ein Kamera-Icon auf dem Sperrbildschirm. Außerdem neu: Ausrichtungslinien, verbesserter Auto-Fokus und weißabgleich bei Videoaufnahmen, Rote-Augen-Korrektur und Bearbeitungsfunktionen, wie Bilddrehungen oder Bildbeschneidungen.

iMessage

iMessage ist Apples Antwort auf SMS. Der WhatsApp-Konkurrent schickt und empfängt Bilder und Texte zwischen iOS-Nutzern und bietet zudem Sendeberichte und chatähnliche Benachrichtigungen wenn der Partner denText gelesen hat bzw. darauf antwortet.

PC-free &

Das iPhone kann nun komplett ohne Computer in Betrieb genommen werden und braucht (dank neuer iCloud-Anbindung) keinen Heim-Rechner mehr. Sowohl Backups als auch die Anwendungsdaten der Apps legt Apple jetzt im Netz ab. Und dank Wi-Fi Sync  lässt sich das iOS-Gerät vollkommen automatisch (bspw. immer nachts) mit dem iTunes auf Mac oder PC synchronisieren.

Twitter-Integration

[aartikel]B004TSBO8Q:right[/aartikel]Nun leider auch auf dem iPhone: Der Kurznachrichten-Dienst Twitter ist zukünftig elementarer Bestandteil des iOS-Betriebssystems.

Interessant finde ich noch die „teilbare“ Tastatur beim iPad: Somit verdeckt die Tastatur nicht mehr den unteren Bereich des Bildschirms, sondern zeigt sich in zwei Teilen links und rechts in den unteren Ecken des Displays. Der mittlere Bereich bleibt frei.

Entgegen der Vorhersagen vieler sogenannter bzw. selbsternannter „Analysten“ wird iOS 5 auch auf dem laufen – was vor allem den Gebrauchthandel freuen wird, wenn im Herbst viele einstige T-Mobile Geräte (vor zwei Jahren gab es ja noch diese Zwangsehe) nach Ende der Vertragslaufzeit durch ihre Nutzer gebraucht weiterverkauft werden. Somit können diese 3GS – dann von ihrer Telekom-Fessel befreit – noch mindestens ein Jahr mit den aktuellen iOS-Features versorgt werden und in zweiter Hand noch ihren Dienst verrichten. Außerdem wird iOS 5 – neben iPhone 4 und iPad 1 & 2 – auch auf den letzten beiden Generationen des iPod touch einsetzbar sein.

Wie schon erwähnt, hat Apple noch zwei neue Dienste angekündigt: iCloud wird ab Herbst ersetzen und mit bietet Apple einen kostenpflichtigen Dienst an, der die komplette Mediathek in der Cloud ablegt. Die Cloud, die “Wolke”, bezeichnet in diesem Zusammenhang Rechner und Online-Speicher, auf die die eigenen Geräte (Smartphone, Computer) über das Internet zugreifen. Informationen, Dokumente, auch Software, liegen nicht auf der lokalen Festplatte des Nutzers, sondern bei externen Dienstleistern. Diese Art der Dateien-Behandlung wird als die Zukunft der Computernutzung angesehen. Die Daten verbrauchen auf den lokalen Rechnern keinen Speicherplatz (gerade bei mobilen Geräten interessant) und um das Backup muss sich der Nutzer nicht selbst kümmern. Der Hauptvorteil ist der, dass man mit jedem Gerät von jedem (onlinefähigen) Ort auf den aktuellen Datenbestand zugreifen kann. Man muss also keine Daten, die man im Büro verändert hat, sich per E-Mail nach Hause schicken oder auf dem USB-Stick speichern, um daheim an der Datei weiter arbeiten zu können.

iCloud - ein Dokument auf allen Geräten

iCloud ist in Verbindung mit iOS 5 teilweise kostenlos, ohne Werbung und bietet wesentlich mehr als der bisherige Dienst MobileMe. Da er direkt in Apps integriert ist, werden Änderugen an Dateien direkt in der Cloud gespeichert und mit anderen Geräten (wenn diese auch gerade online sind) synchronisiert. Sogar ganze Backups der iOS-Geräte können in der Wolke abgelegt werden.

Backup & Synchronisation eigener Daten

Jedes Dokument, ob die iWork-Datei, das elektronische Buch aus iBook oder die App, wird synchronisiert und in der Cloud gesichert. Besonders komfortabel: Im App Store werden bereits gekaufte Apps als solche gekennzeichnet, und können einfach über das Wolkensymbol ein weiteres Mal, ohne neue Gebühr, heruntergeladen werden. In ähnlicher Weise hat das Apple in den letzten Monaten jedoch schon angeboten.

me.com-Account

Mit der Anmeldung zu iCloud gibt es einen me.com-Mail-Account. Neue E-Mails werden über iCloud auf alle Geräte übertragen und Ordner abgeglichen. Ähnliches gilt für Kontakte und Kalender. Neu im Vergleich zum früheren Synchronisationsdienst: Termine können in gemeinsamen Kalendern automatisch zwischen mehreren Nutzern abgeglichen werden.

iTunes in der Cloud

Die Einkäufe in iTunes, auch die aus der Vergangenheit, werden automatisch auf alle Geräte, sowohl iOS als auch Mac, übertragen. Das hat den Vorteil, dass beispielsweise beim Kauf auf dem iPad nicht erst das iPad per Kabel an den Rechner angeschlossen werden muss, dann das iPhone, um darauf unterwegs Musik hören zu können. Es passiert alles drahtlos, automatisch.

Preis & Verfügbarkeit

5 Gigabyte Speicherplatz stehen für Dokumente, Mail und Backups gratis zur Verfügung. Nicht dazu zählen über Apple gekaufte Musik, E-Books oder Apps. Trotzdem: Da die meisten iPhones und iPads allerdings 16 bis 64 Gigabyte Speicher besitzen, dürfte das schnell ausgeschöpft sein.

In vollem Umfang gibt es Apples Cloud-Computing-Angebot iCloud http://www.apple.com/icloud/ zwar erst ab Herbst in Verbindung mit iOS 5. Von einigen Neuerungen können iOS-Benutzer aber schon jetzt profitieren. Wer die Store-Einstellungen des iOS aufruft, kann dort bereits die Option wählen, dass iCloud alle Musik-, App- und/oder iBookstore-Einkäufe von anderen Geräten automatisch auf dem iOS-Gerät herunterlädt. Das Ganze funktioniert nicht nur über eine WLAN-, sondern auf Wunsch auch über die Mobilfunkverbindung. In den iTunes-, App-Store- und iBookstore-Apps des iOS lässt sich außerdem eine Liste bisheriger Einkäufe in den jeweiligen Download-Portalen anzeigen, die sich dann direkt auf dem iOS-Gerät erneut herunterladen lassen. Somit hat man einen schnellen und bequemen Weg, alle Einkäufe im App Store auf all seine iOS-Geräte zu laden.

Einer der vielen Vorteile dieser neuen Cloud-Lösung besteht darin, dass sämtliche im iTunes-Store gekaufte Musiktitel auf unkomplizierte Weise auch auf weiteren Geräten verfügbar wird. Der Umweg über die Synchronisation mit dem Rechner oder auch über Streaming ist dadurch nicht mehr nötig. Leider funktioniert “iTunes in der Cloud” nur mit den im iTunes Store gekauften Titeln. Für die restliche Musik springt aber „iTunes Match“ ein. Damit lässt sich die gesamte Mediathek auch ohne lästiges Hochladen in der iCloud ablegen.

iTunes Match

iTunes Match scannt die Mediathek und gleich sie mit dem iTunes Store ab. Dabei sucht der Dienst nach selbst gerippten oder anderswo erworbenen Titeln, die bereits im iTunes Store verfügbar sind. Bei Übereinstimmungen wird die entsprechende Version aus dem Store als DRM-freie AAC-Datei automatisch in die eigene iCloud-Sammlung aufgenommen. Damit sind diese Songs auf jedem anderen Gerät verfügbar und ein extrem langwieriges, manuelles Hochladen wird einem erspart. Da der iTunes Store mittlerweile mehr als 18 Millionen Songs beinhaltet, stehen die Chancen recht gut, dass die meisten eigenen Songs hier verfügbar sind. Diese kommen dann auch noch in den Genuss eines Qualitäts-Upgrades und lassen sich anschließend mit 256 Kbps “” abspielen. Alle anderen Songs werden anschließend in ursprünglicher Qualität hochgeladen.

Während der neue iCloud-Service kostenlos angeboten wird (jedenfalls bis zu 5 GB Speicherplatz), wird iTunes Match 24,99 $ im Jahr kosten. Damit lassen sich bis zu 25.000 Musiktitel (iTunes-Käufe nicht mitgerechnet) scannen und durch eine verbesserte Version ersetzt in der Cloud ablegen. Interessant dabei ist, dass dieser Service auch mit illegal-erworbenen Songs funktioniert.

Wer derweil bereits einen MobileMe-Account hat, wird sich fragen, was nun im Rahmen der Umstellung des bisher kostenpflichtigen Dienstes zum kostenlosen iCloud genau passiert. Bisher verlängerten sich MobileMe-Accounts am Ende der einjährigen Vertragslaufzeit kostenpflichtig automatisch um ein weiteres Jahr.

In einem Support-Dokument teilt Apple den Bestandskunden mit, dass Apple alle MobileMe-Abonnements automatisch und kostenlos bis zum 30. Juni 2012 verlängert hat. Bis dahin wird das kostenlose iCloud, das Apple im vollen Umfang im Herbst 2011 starten möchte, MobileMe längst ersetzt haben. Neue MobileMe-Accounts lassen sich nicht anlegen; wer allerdings über einen MobileMe-Familienaccount verfügt, kann im Rahmen dessen weitere Benutzernamen erstellen. Allerdings sind Upgrades eines Familien-Pakets oder der Kapazität der iDisk nicht mehr möglich. Wer wiederum eine MobileMe-Box mit einem Freischaltungscode gekauft und diesen Code noch nicht benutzt hat, kann sich von Apple den Kaufpreis erstatten lassen. Alle @me.com und @mac.com Mail-Adressen bleiben bestehen.

Bereits heute gibt es die neue Version von iTunes, die bereits iCloud-fähig sein soll: iTunes 10.3 erlaubt es mit Hilfe von iCloud, alle Geräte auf einem Stand zu behalten: Wer Musik, Apps oder Bücher aus dem iTunes Store, App Store oder iBookstore auf einem Mac, PC, iPhone, iPod touch oder iPad herunterlädt, findet diese nach wenigen Sekunden automatisch auch auf seinen anderen mit der jeweiligen Apple-ID verbundenen Geräten wieder. Neu in iTunes 10.3 ist auch, dass Benutzer nun auch am Mac oder PC im iBookstore stöbern und Bücher lesen können. Bisher war das nur auf den iOS-Geräten möglich.

Wer Kapazität oder Bandbreite sparen möchte und nicht immer auf allen Geräten auf einem Stand sein muss, kann sich nach dem Update auf iTunes 10.3 außerdem alle bisherigen Einkäufe im iTunes Store, App Store oder iBookstore anzeigen lassen und einzelne Einkäufe aus der Vergangenheit manuell herunterladen.

Derweil gibt es auch ein Update für die kostenlose “”-App für Apples iOS-Geräte. Mit dieser lässt sich auf einem iOS-Gerät feststellen, wo sich ein andere, verloren gegangenes iOS-Gerät im Moment befindet. In der neuen Version 1.2 bietet die App die Möglichkeit, auch bei der Suche von Geräten zu helfen, die im Moment offline sind: Sobald diese sich wieder bei Apple “melden”, erhält der Benutzer eine E-Mail. Offline-Geräte lassen sich nun außerdem manuell aus der Liste der App entfernen.

(Fotos: apple.com)

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Dienstag, den 07. Juni 2011 um 12:02 Uhr | 6.902 Besuche
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