Jul15
2010

Praxistest und Testfotos des iPhone 4

Geschrieben 15. Juli 2010 von
Veröffentlicht in iOS-Geräte 2 Kommentare »
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Inzwischen sind es zwei Wochen, die ich mein neues iPhone 4 von Apple nun im „Praxisdauertest“ habe und nun wird es Zeit, meine Erfahrungen darüber mal zusammen zu fassen – auch im Bezug auf den Vergleich mit meinem alten 3GS, was mir ein Jahr treue Dienste leistete. Wie das 3GS habe ich mir auch das neue Apple iPhone 4 ohne Vertrag zugelegt, es ist also ein „freies“ Gerät ohne SIM- oder NET-Lock. Über die Bestellung und Lieferung habe ich ja bereits ausführlich berichtet.

Das, was natürlich zuerst förmlich ins Auge sticht, ist das Retina-Display des iPhone 4. Meinen ersten positiven Eindruck nach dem Auspacken kann ich auch nach eingen Tagen und intensiveren Tests nur bestätigen. Das Display ist absolut genial. Die hohe Auflösung lässt keine Pixel mehr erkennen, man kann noch so winzige Details erkennen (Display-Vergleich). In Maps beispielsweise sind schon in relativ geringer Vergrößerung Details, wie zum Bespiel die Straßennamen, klar erkennbar. Auch beim Surfen macht sich das neue Display mit IPS-Technologie bemerkbar. Rufe ich diese Webseite im auf, kann ich in der Standarddarstellund sogar die Tag-Cloud auf der rechten Seite komplett erkennen und lesen. Wenn wir gerade beim Surfen sind: Das iPhone 4 hat zwar einen neuen UMTS-Chip, der eine höhere Übertragungsrate ermöglichen soll, aber im Vergleich zum ohnehin schon schnellen 3GS merke ich da keine großen Unterschiede. Ich habe in der Berliner City im Vofafone-Netz (theoretisches Maximum 7,2 MBit/s) mit beiden Geräten Übertragungsraten von 2000 bis 4000 kbit/s im Download und um 1000 kbit/s im Upload. Meinen UMTS-Rekord hält aber immer noch mein 3GS am Berliner Fluhafen Tegel mit einer Downloadrate von 6100 kbit/s !!

Display-Vergleich 3GS und 4

Mal abgesehen von diesen theoretischen Werten, die natürlich auch start netzabhängig sind, „fühlt“ sich der Download auf dem iPhone – egal, ob nun AppStore, Maps oder Internet – nicht schneller oder langsamer an. Was mir nur auffällt, ist ein schneller oder flüssiger Kartenaufbau in der Google-Maps App. Vielleicht liegt da aber auch am schnelleren Display oder an der besseren Gesamtperformance.

Diese ist zwar insgesamt fühlbar, aber der Unterschied ist nicht so merklich wie damals beim Vergleich vom iPhone Classic und 3GS. Alles läuft flot und flüssig, es gibt keine Wartepausen oder gar Hänger bei der Programmausführung. Inzwischen vermehrt sich ja auch die Anzahl der multitaskingfähigen Apps, da immer mehr Entwickler ihre Programme entsprechend anpassen. Auch hier – wenn man mal 10 oder mehr Apps parallel laufen lässt, merkt man keinerlei Performance-Engpässe. Neben dieser Anpassung stellen viele Entwickler ihre Apps auch auf das neue Display um, um die hohe Auflösung zu unterstützen – man erkennt sofort die „alten“ Icons auf dem Homebildschirm und die Icons in „HD“. Auch bei den Programmen selber ist der Unterschied in der Auflösung klar zu erkennen. Ich hoffe und freue mich über jedes Update einer App auf die hohe Auflösung. Als absolute Referenz sehe ich hier die Autorenn-Simulation „“ von Firemint. Diese ist in der letzten Version bereits komplett auf das iPhone 4 vorbereitet – nutzt das verbesserete Gyroskop und reizt die neue Grafik und Auflösung voll aus. Und diese Rennsimulation zeigt, was das iPhone 4 alles kann.

Real Racing von Firemint für mich die beste Autosimulation auf dem iPhone

Einen riesigen Sprung hat der GPS-Chip nach vorne gemacht. Nicht nur, dass er sich nun rasant schnell mit den Satelliten synchronisiert, auch macht er das nun fast überall. Ich sitze im Wohnzimmer auf der Couch, schalte das iPhone 4 ein und innerhalb weniger Sekunden ist meine Position via GPS lokalisiert. Das macht sich nicht nur auch im Auto bemerkbar, wo man das iPhone nun auch in die Mittekonsole legen kann, sondern auch bei Wander- oder Fahhradtouren, in den das iPhone 4 nun bequem in der Hosentasche oder im Rucksack bleiben kann und dennoch die Route tracken kann. Auch die Geo-Funktion beim Fotografieren ist nun sofort und exakt – auch in Gebäuden – verfügbar.

Viel gesprochen wurde auch über den Akku. Nach den ersten Tagen- und einem damit verbundenen sehr sehr hohen „Spielfaktor“ – bemerke ich eine etwas längere Laufzeit. Aktuell schafft mein iPhone (WLAN, BT, GPS und 3G sind aktiv) fast zwei Tage – also morgens aufgeladen hält er fast bis zum kommenden Abend durch – und ich nutze das iPhone auch täglich für etwas 2 Stunden als Musikspender. Mal schauen, wie sich das im Laufe der Zeit entwickelt. Was mir aufgefallen ist, ist ein wesentlich schnellerer Aufladevorgang im Vergleich zum 3GS.

Testfoto iPhone 4 mit Blitz

Neue Funktionen gibt es auch für die Kamera. Zwar bekommt man mit 4 auch schon auf dem 3G/S die Digitalzoom-Funktion, aber auf dem iPhone vier lachen einen dann noch zwei weitere „Buttons“ an, wenn man die Kamera aktiviert. Zum einen gibts oben den Umschalter auf die Frontkamera, zum anderen findet man den Schalter für die Blitz- bzw. Kameralichtfunktion. Der Blitz ist sehr hell, leuchtet die nähere Umgebung gut aus und man kann so auch bei schlechten Lichtverhältnissen ansehnliche Fotos schießen. Bei optimalen Lichtbedingungen macht die Kamera prima Fotos – wie auch schon die Kamera des 3GS. Daher ist der Sprung von 3GS auf iPhone 4 auch hier nicht so massiv wie vom 3G auf das 3GS (Kameravergleich iPhone 3GS und iPhone 4). Lediglich die Blitzfunktion war überfällig. Die Frontkamera ist ein Gimmick, was jeder haben will, aber niemand wirklich braucht – genau wie die MMS-Funktion … Überrascht war ich von der Qualität der HD-Videofunktion. Die Filme sind von wirklich guter Qualität – da muss ich mancher Camcorder schon anstrengen, um da mithalten zu können. Und zusammen mit der iMovie-App hat man somit auf dem iPhone eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit der Videobearbeitung.

Was gibts sonst noch zu sagen ? Telefonieren kann man mit dem iPhone 4 natürlich auch weiterhin, zur Videochat-Funktion FaceTime kann ich noch nichts sagen. Die Verarbeitung ist absolut spitze, das iPhone wirkt jetzt wie aus einem Guss – Edelstahlrahmen und zwei Glasplatten, das macht was her. Für mich ist das iPhone 4 das erste Smartphone, was auch von der Rückseite eine gute Figur macht. Endlich ist der Plastiklook des 3G/S vergessen, der nie richtig zum iPhone passte. Noch nicht ganz ausgereift ist für mich die Multitasking-Funktion des iOS 4, es ist zwar an und für sich eine schicke Sache, aber mir fehlt eine einfache Möglichkeit, Apps zu beenden. Ich möchte auch mal Programme nur kurz öffnen, um etwas nachzuschauen – und dann wieder schließen. Es kommt schon mal vor, dass 30 Apps offen sind – und das wirkt sich dann schon negativ auf die Akkulaufzeit aus. Hier muss Apple eindeutig nachbessern.

[aartikel]B002P3KIPC:right[/aartikel]Angebliche Kinderkrankheiten – es ist doch jedes Jahr das Gleiche. Sobald ein neues iPhone auf den Markt kommt, erscheinen diverse „Meldungen“ um Probleme, Fertigungsfehler und sonstige Bugs. Beim 3GS waren es unter anderen sich angebloch verfärbende weiße Backcovers – bis herauskam, dass alle, die diese „Verfärbungen“ bemängelten, ihr iPhone mit einer Silikonhülle schützten und diese gelben Flecken von den Weichmachern dieser Hüllen abstammten und sich problemlos mit Alkohol entfernen ließen. Dieses Mal sind es , gelbe Streifen auf dem Display und – ganz neu – Überhitzungen, die zu Selbstentzündungen führen. Ich möchte mich zu diesem mehr oder weniger bequillten Schwachsinn hier nicht weiter äußern. Vielleicht nur soviel: Bei mir treten keine auf – und es ist schon merkwürdig, dass diese „massiven Probleme“ in der beschriebenen Art und Weise nur bei „Nutzern“ oder „Testern“ in den USA auftreten. Ich finde es nur lächerlich, wie sich sofort sogenannten Experten, Fachblogs oder Zeitschriften von diesen „News“ anstecken lassen und da ordentlich mitziehen – sogar eigentlich seriöse Nachrichtensender raten nun vom Kauf ab. Brennt irgendwo auf der Welt ein HTC oder Samsung ab, interessiert das keine Einzigen, kauft aber ein iPhone-Nutzer bei ebay eine chinesische 1:1-Kopie eines Docks für 3 EUR und eine „Appel“-USB-Kabel für 2 EUR und wundert sich dann, dass der Dockingstecker wegschmilzt, ist es sofort ein Serienfehler und das gesamte iPhone wird in den Dreck gezogen. … Einfach nur peinlich und lächerlich.

Mein Fazit: Für mich ist das iPhone nach wie vor die perfekte Symbiose aus Telefon, PDA, Navigationsgerät, Video-, Foto- und Musikplayer, Pocketspielekonsole und Kamera. Der Eingenerationensprung von 3GS auf iPhone 4 macht aber nur Sinn, wenn man technikverliebt ist und das neue Design unbedingt haben möchte. Realistisch betrachtet ist der Sprung von 3GS auf 4 technisch gesehen nicht so riesig, auch wenn das iPhone 4 schon im Smartphonebereich neue Maßstäbe setzt. Aber viel trägt dazu auch iOS 4 bei – und das gibts ja im vollen Umfang auch auf dem 3GS. Wer noch ein iPhone 3G verwendet und mit dem Wechselgedanken spielt, der sollte auf jeden Fall „upgraden“ …

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Donnerstag, den 15. Juli 2010 um 10:06 Uhr | 16.374 Besuche
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2 Kommentare zum Beitrag “Praxistest und Testfotos des iPhone 4”

  1. 1
    Oliver schreibt:

    Ich habe immer noch ein iphone 4 aus Frankreich im Angebot, 32GB, schwarz.

    Mein Angebot: 870 EUR, incl. Versand als versichertes DHL-Paket und Zahlung per Paypal oder Nachnahme. Also weit weg von dem, was momentan bei ebay, 3gstore und co. abgeht ,,,

    Bei Abholung und Barzahlung würde ich für 850 EUR anbieten,,,

    Kopie der Rechnung lege ich natürlich bei, Garantie läuft ja im Fall der Fälle über Apple. Verpackung ist ungeöffnet. Laut Apple wird das Gerät am 2.8. verschickt.

  2. 2
    Oliver schreibt:

    Habe gerade ein cooles Video gefunden, in dem alle vier iPhone-Generationen verglichen werden:

    http://vimeo.com/13611265

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