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2011

Apples Mac OS X wird 10

Geschrieben 24. März 2011 von
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OS X wird 10

Die aktuelle Mac-OS-Version, mit der römischen Zehn betitelt, feiert am heutigen Donnerstag, den 24. März 2011 seinen X. Geburtstag. Das aktuelle Apple-Betriebssystem, was uns in abgewandelter Form mittlerweile auch als iOS auf touch, und iPad sowie auf dem AppleTV begegnet, startete im März 2001 und sollte Apples Hardwareflotte revolutionieren. 10 Jahre Mac OS X – blicken wir zurück.

Viele Jahre lang lebte Apple seit der Präsentation des Macintosh 128k vom Ruf und der Tatsache, über ein elegantes und einfaches System zu verfügen, welches den restlichen Betriebssystemen weit überlegen war. Das reichte aber auf Grund zahlreicher Umstände nicht aus, um damit auch die Masse der Anwender anzusprechen und zum Wechsel auf die Macintosh-Plattform zu bewegen. Apple musste einen Nachfolger erschaffen, der an die Benutzerfreundlichkeit vom damaligen Windows 3.1 heranreichte. Anfang der 90er wurde daher das nach Aaron Copland benannte Copland-Projekt gestartet, das zwei Jahre später als OS 8 vermarktet werden sollte. Es handelte sich dabei nicht um ein einfaches Funktionsupdate eines älteren OS, es war ein komplett neues Betriebssystem, aufgebaut auf Apples GUI-Erfahrung.

Die aktuelle OS X Version (10.6.7) auf dem

Project Copland

Das Projekt wurde jedoch kurze Zeit später wieder begraben, da Apple keine Chanche auf die Entwicklung eines wirklich fertigen Produktes sah. Nach dem Scheitern von Copland musste dringend eine weitere Alternative gefunden werden – diskutiert wurde sogar der Einsatz von Windows NT oder die Übernahme von BeOS. Apple entschied sich daraufhin, das nächste große System nicht mehr selber zu entwickeln sondern zu kaufen.

Mit dem übernommenen Unternehmen NeXT und der Rückkehr von Steve Jobs sowie der Vision von OS X hatte man endlich die neue Plattform für das neue Betriebssystem zusammen.  Mit NeXT übernahm man auch NeXTStep, ein Mikrokernel-Betriebssystem, was von Steve Jobs (der Apple 1985 nach einem verlorenen Machtkampf verließ und ein Jahr später NeXT gründete) und NeXT seit 1989 entwickelt wurde und als eines der technisch fortschrittlichsten und bedienungsfreundlichsten Systeme seiner Zeit war war. Es basiert auf dem Unix-ähnlichen Betriebssystem BSD und wurde vor allem in wissenschaftlichen Bereichen eingesetzt.

1993 verabschiedete sich NeXT vom Hardwaregeschäft und verkaufte NeXTStep bzw. das plattformunabhängige . NeXTStep bezeichnete dabei das Betriebssystem von NeXT, während die Spezifikationen, auf denen auch GNUstep basiert, genannt wurden. NeXTStep, genauer gesagt der Mikrokernel Mach und die API , bildeten zusammen mit FreeBSD die Grundlagen für Apples neues  . Dieses neue trug den Codenamen und besaß das Look and Feel des klassischen Mac OS. wurde jedoch nie veröffentlicht, sondern bekam ein ganz neues Erscheinungsbild namens Aqua und erschien im März 2001 unter dem Namen Mac OS X.

NeXTStep - die Basis für Mac OS X

Der Kernel im neuen Mac OS wurde gegenüber NeXTStep vollkommen überarbeitet – während NeXtstep noch einen reinen Mach-Mikrokernel verwendete, setzt Mac OS X auf einen sogenannten Hybridkernel: Dabei werden einige Funktionen in den Kernel integriert, allerdings nicht so viele wie bei einem monolithischen Kernel. Als Basis für den XNU getauften Kernel wurde weiterhin Mach verwendet und mit Teilen des monolithischen FreeBSD-Kernels ergänzt. Das Basissystem enthält neben dem Kernel noch ein BSD-Userland und trägt den Projektnamen Darwin. Darüber hinaus wurde die Programmierschnittstelle von OpenStep weiterentwickelt und durch die Entwicklungsumgebung Cocoa umgesetzt, die Arbeitsumgebung Aqua wurde völlig neu entworfen. Mac OS X besteht aus diesen unter proprietären Lizenzen veröffentlichten Systemteilen und dem als freie Software veröffentlichten Darwin.

Am 13. September 2000 veröffentlichte Apple eine Beta-Version von Mac OS X

Durch Darwin verfügt Mac OS X über Fähigkeiten wie Speicherschutz, präemptives Multitasking, Mehrbenutzerfähigkeit, erweitertes Speichermanagement und symmetrisches Multiprocessing (SMP). Mac OS X kann sowohl als Einzel- als auch als Mehrbenutzersystem verwendet werden. Auf Wunsch kann man eine Anmeldung ohne Passwortabfrage konfigurieren. Wie bei Unix üblich, wird dennoch bei sicherheitsrelevanten Operationen das Kennwort verlangt. Zum ersten Mal seit Einführung von Mac OS können Benutzer auch über eine Kommandozeile auf das System zugreifen. Die erste Public Beta von OS X erschien im September 2000, Version 10.0 wurde am 24. März 2001 präsentiert.

Apple bot mit Mac OS X insgesamt drei Entwickler-Frameworks an: Die ehemalige Toolbox aus Mac OS 8 & 9 namens Carbon eröffnete Entwicklern die Möglichkeit, mit geringen Anpassungen die Programme auch unter Mac OS X lauffähig zu machen. Aus den ehemaligen NeXT-Frameworks wurde Apples bevorzugte Art und Weise, wie neue Programme geschrieben werden sollten: Mit Cocoa und Objective-C. Ferner bot Apple auch eine Java-Umgebung an, die vom Funktionsumfang her dem Cocoa-Framework ähnlich war. Alte Mac OS Programme, welche noch nicht auf das Carbon-Framework umgestellt waren, wurden in einer virtuellen Machine ausgeführt, in der eine angepasste Version von Mac OS 9 gestartet wurde. Dies brachte den Nachteil mit sich, dass zwei Betriebssysteme parallel liefen und innerhalb der Classic getauften Umgebung weder präemptives Multitasking noch Speicherschutz zur Verfügung standen.

"About This Mac" - Mac OS X 10.0

Mac OS X 10.0 (Cheetah)

Nach einer Betaphase im Herbst 2000 startete Mac OS X 10.0 (Codename Cheetah) am 24. März 2001. Dabei brach das System mit so ziemlich allem, was Apple-Nutzer bis dahin kannten. Statt einer Weiterentwicklung von Mac OS 9 war OS X ein von Grund auf neu konstruiertes Betriebssystem auf UNIX-Basis, das viele Elemente von NeXtStep übernahm. Cheetah war zwar für die kurze Entwicklungszeit erstaunlich stabil, konnte aber im Produktiveinsatz nicht überzeugen. Vor allem auf G3-Rechnern war die Performance teils so schlecht, dass Tastatureingaben nur zeitverzögert auf dem Bildschirm erschienen. Auch ein Großteil der kommerziellen Software war noch nicht an das neue Betriebssystem angepasst, womit der Einsatz für viele Unternehmen ausschied. Nicht zuletzt wegen der damit verbundenen heftigen Kritik entschied sich Apple, bereits am 25. September des gleichen Jahres Mac OS X 10.1 (Codename Puma) kostenlos auszuliefern. 10.0.4 war die letzte Version von Cheetah und erschien am 22. Juni 2001.

Screenshot Mac OS X 10.0

"About This Mac" - Mac OS X 10.1

Mac OS X 10.1 (Puma)

Das erste große Update für Mac OS X mit dem Codenamen Puma brachte am 25. September 2001 neben allgemeinen Performanceverbesserungen auch eine ganze Reihe neuer Funktionen mit sich. Vor allem die Geschwindigkeit, insbesondere das Ansprechverhalten der Benutzeroberfläche, wurde wesentlich verbessert und fehlende Features, wie zum Beispiel das Abspielen von DVDs, wurden hinzugefügt. Die Brennfunktionen in iTunes und im Finder wurden verbessert und eine deutlich größere Anzahl an Druckertreibern war vorhanden. Ein neues Programm erschien mit 10.1: „Digitale Bilder“ sorgte fortan für Zugriff auf Digitalkameras und Scanner. So wie 10.0 setzte auch 10.1 128 MB Arbeitsspeicher voraus, der benötigte Festplattenspeicher stieg von 800 MB auf 1,5 GB.

In den wenigen Monaten zwischen 10.0 und 10.1 gelangen Apple zwar signifikante Verbesserungen, viele Probleme und Kernel Panics traten jedoch noch immer auf. OS X reagierte unter anderem sehr empfindlich darauf, wenn Peripherie unerwartet abgestöpselt wurde. Apple wusste sehr genau um die noch immer vorhandenen Probleme mit dem neuen System, weswegen auf neu ausgelieferten Computern zu diesem Zeitpunkt immer auch Mac OS 9 installiert und lauffähig war. Erst am 7. Januar 2002 wagte Apple den Schritt, Mac OS X als sein neues primäres Betriebssystem zu bezeichnen. Zu diesem Stichtag standen für das neue System ca. 2500 native Programme zur Verfügung. Die letzte Puma-Version war Mac OS X 10.1.5 und wurde am 5. Juni 2002 bereitgestellt.

Screenshot Mac OS X 10.1

"About This Mac" - Mac OS X 10.2

Mac OS X 10.2 (Jaguar)

HappyMac

Am 23. August 2002 veröffentlichte Apple mit Version 10.2 die dritte Version von Mac OS X. Seit dieser Version wird der Codename nicht nur für interne Zwecke verwendet sondern ist auch Teil der offiziellen Produktbezeichnung geworden. Auch der „Happy Mac“ als Bootlogo hatte nach nunmehr fast 18 Jahren ausgedient und wurde durch ein schlichtes Apple-Logo ersetzt. Insgesamt wurde Jaguar von vielen Nutzern als erste produktiv nutzbare Version von OS X bezeichnet, was nicht nur auf bessere Stabilität zurückzuführen war. Jaguar beschleunigte mit Quartz Extreme die Benutzeroberfläche auf geeigneten Grafikkarten. Als Drucksystem wurde CUPS eingeführt, was die Verwendung alternativer Druckertreiber ermöglichte.

Neben einem Spam-Filter für Mail führte Jaguar den Instant-Messenger iChat, das Adressbuch und Rendezvous (heute Bonjour) ein, mit der Netzwerkverbindungen ohne Konfigurationsaufwand möglich sind. Auch die Unterstützung für Windows-Netzwerke wurde deutlich verbessert, so dass der Einsatz in gemischten Umgebungen einfacher wurde. Finder-Fenster erhielten ein Suchfenster zum schnelleren Datenzugriff, Sherlock 3 bot Zugriff auf Web-Dienste.

Auch das Software-Angebot wuchs stetig und die meisten großen Produktivitätslösungen lagen als native Version für OS X vor. Die Anfang 2003 veröffentlichten Power Macs der Baureihe „FW 800“ konnten als erste Baureihe bereits nicht mehr unter OS 9 booten, Apple bot noch ein Modell der Vorgängerserie an, falls auf OS 9 nicht verzichtet werden konnte. 10.2 markierte somit die endgültige Abkehr von OS 9. Die letzte Version von Jaguar war Mac OS X 10.2.8, die am 3. Oktober 2003 veröffentlicht wurde. Später folgten jedoch noch einige Sicherheitsaktualisierungen für die Nutzer, die nicht auf den Nachfolger 10.3 gewechselt haben.

Screenshot Mac OS X 10.2

"About This Mac" - Mac OS X 10.3

Mac OS X 10.3 (Panther)

Nur 14 Monate nach der Veröffentlichung von Jaguar stand das nächste große Update für Mac OS X an. Unter dem Namen Panther wurde Version 10.3 am 24. Oktober 2003 veröffentlicht. Auf den entsprechenden Produktseiten warb Apple damals mit über 150 neuen Funktionen. Viele dieser Funktionen sind bis heute erhalten geblieben, bzw. wurden stetig weiterentwickelt. So löste in Jaguar erstmals Apples eigener Browser Safari den als Standardbrowser ab – das 1997 geschlossene Abkommen zwischen und Apple wurde somit zu den Akten gelegt. Mit dem neu eingeführten schnellen Benutzerwechsel wurde es ermöglicht, zwischen Benutzern hin- und herzuschalten, ohne sich abmelden zu müssen. Mit Exposé führte Jaguar eine kleine Revolution in der Navigation zwischen geöffneten Fenstern und Programmen ein. Neu war auch die Benutzerverzeichnisverschlüsselung .  Bei der optischen Gestaltung begann Apple deutlich sichtbar damit, Aqua-Elemente zu ersetzen. Mehr und mehr Programme wurden auf ein Design, das an gebürsteten Edelstahl erinnert, umgestellt. Ebenfalls neu waren iChat AV, Vorschau mit schneller PDF-Ansicht, die Schriftenverwaltung Font Book sowie die ZIP-Unterstützung des Finders.

Panther war nur auf sogenannten „New-World“-Macs (mit neuer Bus-Architektur, an den fest eingebauten USB-Anschlüssen und am einfarbig gehaltenen Apfel als Firmenlogo auf dem Gehäuse erkennbar) lauffähig. Am 15. April 2005 wurde die letzte Version Mac OS X 10.3.9 veröffentlicht.

Screenshot Mac OS X 10.3

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Donnerstag, den 24. März 2011 um 11:15 Uhr | 8.374 Besuche
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