Jan11
2011

Bluetooth Stereo-Headsets im Vergleich

Geschrieben 11. Januar 2011 von
Veröffentlicht in Zubehör Keine Kommentare »
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Sennheiser TRAVEL im Detail

Kabelloser Musikgenuss – und dabei keinen anderen mit seinen musikalischen Vorlieben auf die Nerven gehen: Ein kabelloser Kopfhörer ist schon was Feines!!! Früher gab es nur analoge Funkverbindungen – störanfällig, Reichweite von hier bis zum Tisch und eine Tonqualität wie mit einem 10-EUR-Ohrstöpsel eines Handy-Headsets. Dank „König Blauzahn“ ist heute eine (relativ) unanfällige, digitale Verbindung möglich. Zwar gibt es eine inzwischen eine große Auswahl an -Kopfhörern, schaut man sich die Ohrenwärmer aber mal genauer an, reduziert sich eine hochwertige Auswahl schnell auf eine Handvoll. Auch preislich ist für jeden was dabei, aber gilt hier wirklich „Teurer ist besser“ ???

Da ich den Bluetooth-Kopfhörer nicht nur an meinem Media-Mac  sondern auch mit dem iPhone verwenden möchte, habe ich mich für ein Stereo-Headset entschieden, also um einen Kopfhörer mit integrierten Mikrofon. A2DP-Kompatibilität (Advanced Audio Distribution Profile) ermöglicht den Empfang von Stereo-Musik von jedem kompatiblen Bluetooth-Gerät über ein solches Headset. Man kann das Headset daher mit jedem kompatiblen Mobiltelefon, PC, Bluetooth-Adapter, MP3-Player usw. verwenden und damit Gespräche annehmen, die Sprachwahl aktivieren, aber auch die Musikwiedergabe steuern (Play, Stopp oder Vor- und Zurückspringen) und die Lautstärke einstellen.

[aartikel]B00424O4RU:right[/aartikel]Zum Vergleich traten an: Das Philips SHB9001/00 Bluetooth Stereo Headset, der Sennheiser MM 450 Travel Bluetooth Stereo-Kopfhörer und der Sennheiser MM 550 Bluetooth Kopfhörer. Das Philips-Headset ist preislich klar unter den Sennheiser-Headsets angeordnet aber dennoch bekommt man für diesen Preis einen annehmbares  Bluetooth-Headset. Der Kopfhörer ist ohrenaufliegend – im Gegensatz zum ohrenumschließenden Kopfhörer. Von der Verarbeitung her reicht der Philips aber bei weitem nicht an die Sennheiser-Geräte heran. Soundtechnisch klingt der Philips ganz gut, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen: Der Ton war relativ leise, es fehlten irgendwie die Bässe bei der Wiedergabe – auch wenn der Philips der günstigste der vorliegendenden Kopfhörer ist, konnte mich Preis/Leistung hier nicht überzeugen. Wer aber einen relativ günstiges Bluetooth-Headset sucht und nicht unbedingt Wert auf High-End-Sound legt, der sollte sich den SHB9001 mal genauer anschauen.

Der Sennheiser MM 450 Travel, ebenfalls ein ohraufliegender Kopfhörer, bietet merklich mehr. Zum einen kommt der Klang schon recht nahe ein einen ohrumschließenden Kabelkopfhörer heran, zum anderen sind Verarbeitung, Gewicht und Tragekomfort nicht mit dem Philips zu vergleichen. Kein Rauschen oder Knacken während der Wiedergabe und Höhen und Tiefen kommen gut „rüber“.

Aber der MM 450 bietet noch mehr: Sennheiser nutzt die beiden eingebauten Mikrofone nicht nur für die Headset-Funktion. Bei der -Funktion werden über diese Mikrofone die Außengeräusche aufgenommen und dann unterdrückt. Diese Funktion steigert die Wiedergabe-Qualität vor allem im Zug, geht aber zu Lasten des Akkus. Eine weitere Funktion, bei der die Mikrofone verwendet werden, ist die TalkThrough-Funktion. Ist diese aktiviert, wird die Wiedergabe angehalten und die „Geräusche“ der Außenwelt über das Mikrofon auf den Kopfhörer geleitet – die Idee ist, dass man sich hier mit seiner Außenwelt unterhalten kann, ohne den Kopfhörer abzusetzen. Nette Idee, aber irgendwie sinnlos wie überflüssig.

iPhones.de + vvl.de + HandyRatenkauf.de

Interessant dagegen ist die SRS WOW-Techologiem die einen Surround-Sound für ein räumliches Klangbild mit kraftvoller Basswiedergabe bietet. Dank A2DP-Unterstützung beherrschen die Kopfhörer sämtliche Funktionen wie Play/Pause, Vor/Zurück, Spulen und nach einem Druck auf die Bluetooth-Taste lässt sich sogar Apples Sprachsteuerung am iPhone benutzen. So lassen sich die Kopfhörer auch als Headset zum Telefonieren benutzen. Ist der Akku einmal leer (oder sitzt man im Flugzeug), kann man mittels 3,5mm-Audiokabel problemlos weiterhören.

Für mich ist der Unterschied zum Philips zwar spürbar, aber rechtfertigt die ordentliche Preisdifferenz diesen „Mehrwert“ nicht. Aber geht es denn noch besser, ohne weiteren Preisschub? Au ja.

[aartikel]B002YOENAS:left[/aartikel]Letzter in der Runde ist der MM 550. Ausstattungstechnisch mit dem MM 450 identisch, im Gegensatz zu den beiden erstgenannten ist der MM 550 aber ein ohrumschließender Kopfhörer, wird das Ohr also komplett umschlossen, was nochmals den Tragekomfort steigert.

Der MM 550 ist einfach nur der Hammer. Preislich nicht ganz ohne – aber der MM 550 ist sein Geld allemal wert, vor allem, wenn man zuvor günstigere Modelle getestet hat. Ich habe mich sofort in den MM 550 verliebt. Absolut klare Wiedergabe, Reichweite bis 10 Meter, keine Aussetzer oder andere Störgeräusche. Der Kopfhörer ist verdammt leicht und bietet einen Tragekomfort wie ein klassischer Sennheiser-Kabelkopfhörer. Im linken Ohrhörer befindet sich der austauschbare Li-Akku, an der rechten Muschel sind die Steuerelemente angebracht. Besonders nett finde ich die Möglichkeit, das nervige blaue Blinken während einer etablierten Bluetooth-Verbindung abschalten zu können.

[aartikel]B003WV38GM:right[/aartikel]Die Highlights des MM 550 TRAVEL zusammengefasst:

  • NoiseGard 2.0 für ungestörten Musikgenuss
  • Kabellose Freiheit – dank A2DP Bluetooth®
  • TalkThrough – per Knopfdruck mit dem Sitznachbarn oder der Stewardess sprechen ohne das Headset abzunehmen
  • Unauffällige Mikrofone – für eine kristallklare Sprachübertragung
  • Sennheiser Stereo-Sound – Neodym-Magnete und patentierte Duofol Membrane für exzellente Klangwiedergabe
  • SRS WOW HDÖ Technologie
  • Ohrumschließende Ohrmuscheln – für vollkommenen Tragekomfort und Luxus – selbst in lauten Umgebungen
  • Einfachste Bedienung – in die Ohrkapseln integrierte Steuerungselemente für Lautstärke und Titelwahl für größte Benutzerfreundlichkeit und Komfort
  • – das MM 550 TRAVEL mit Metall-Kopfbügel lässt sich für einen einfachen Transport zusammenfalten
  • Lautsprecherfrequenz von 15 Hz
  • Lautsprecherfrequenz bis 22.000 Hz
  • Mikrofonfrequenz von 100 Hz
  • Mikrofonfrequenz bis 10.000 Hz

[aartikel]B0042A2CVE:right[/aartikel]Alle genannten Sennheiser-Modelle kommen mit dem gleichen Zubehör: Neben dem faltbaren Kopfhörer erhält man eine Transporttasche, ein Audiokabel (2,5 mm auf 3,5 mm Klinkenstecker) für den „klassischen“ Einsatz des Kopfhörers (bspw. im Flugzeug oder wenn der Akku des Kopfhörers leer ist), ein Infligt-Adapter (3,5 mm Doppelmono-Stecker), ein 6,3 mm Audioadapter, ein USB-Ladekabel (Micro-USB) mit USB-Netzadapter (und passenden Stecker für EU/US/UK und AU) und ein Lithium-Polymer-Akku .

Zwei wesentliche Vorteile der Sennheiser-Geräte und auch des MM 550: Der austauschbare Akku ist sehr praktisch. Ein Ersatzakku kostet zwar zwischen 40 und 50 EUR, aber somit kann einem auch ein leerer Akku den Hörgenuss nicht trüben. Somit war dieser Akku das erste, was ich mir für den MM 550 geleistet habe. Das ist doch das gleiche Problem, wie bei einer Digi-Cam: Der Akku ist immer dann leer, wenn man entweder das Gerät benötigt oder man gerade unterwegs ist … Ein weiterer Pluspunkt: Der Akku/Kopfhörer kann man Computer über USB geladen werden – und zwar mit einem normalen Mirco-USB-Kabel. Das ist das Kabel, was in Zukunft als Standard-Ladekabel für Handys dienen soll und somit eigentlich in jedem Haushalt zu finden sein sollte.

Der MM 550 und das mitgelieferte Zubehör

Die Kopplung am Mac und iPhone klappt – wie bei Apple gewohnt – intuitiv und problemlos: Kopfhörer anschalten, nach neuen BT-Geräten suchen und fertig. Beim Mac erscheinen daraufhin zwei neue Ausgabegeräte: Einmal der eigentliche Stereo-Kopfhörer und einmal das Bluetooth-Headset (bspw. für Telefon- und Videogespräche).

RemoteHD - so lässt sich der Computer problemlos über iPhone oder iPad steuern. Mit PTHVolume kann man bequem die Ausgabequelle wählen

Ich habe meinen neuen Ohrenwärmer sowohl mit iPhone und gekoppelt (der Sennheiser kann ich maximal acht Quellgeräte „merken“). Am meisten nutze ich ihn aber mit meinem , der als Media-Center im Wohnzimmer steht. In der Regel aktiviert sich die Bluetooth-Verbindung zwischen Mac und Kopfhörer automatisch, sobald ich den Kopfhörer anschalte. Klappt das nicht automatisch und man muss das entsprechend gewünschte Ausgabegerät auswählen, muss man kurzam Computer den MM 550 auswählen. Da ich an meinem keinen expliziten Bildschirm angeschlossen habe („nur“ den Flat-TV), kann ich diese Auswahl über die Desktop-Steuerung eines anderen Rechners steuern.

Eine noch bequemere Möglichkeit wäre eine Steuerung über das iPhone (oder iPad). Dazu habe ich mir die App RemoteHD installiert, mit der ich meinen Desktop über ein iOS-Gerät steuern kann – absolut genial. Durch das Hilfprogramm RemoteHelper (gibt’s für Mac und Windows) kann man sogar außerhalb des heimischen Intranets mit dem iPhone auf seinen Mac daheim von überall aus zugreifen. Für die bequeme Auswahl des Ausgabegeäts am Mac empfehle ich auch hier das kleine Tool PTHVolume, was ich ja bereits bei meiner Mac-mini Vorstellung erwähnt habe. Dieses nistet sich in die Menüleiste ein und bietet somit eine schnelle Möglichkeit, das Audioziel einzustellen.

Bei der Nutzung mit einem iOS-Gerät kommt hier Apples AirPlay-Menü zu Hilfe. Dadurch hat man die Möglichkeit, problemlos zwischen Bluetooth-Kopfhörer und Geräte-Lautsprecher umzuschalten

Wer eine Alternative für unterwegs sucht und nicht in der S-Bahn mit (s)einem fetten Kopfhörer sitzen möchte, der sollte sich den Sennheiser MM 100 anschauen. Der MM 100 ist ein Nackenkopfhörer, der soundtechnisch an seine „großen Brüder“ heranreichen soll. Ich habe ihn persönlich noch nicht getestet, werde das aber bei Gelegenheit mal nachholen.

[aartikel]B002YOCRPQ:right[/aartikel]Noch ein Tipp, wer einen Sennheiser Bluetooth-Kopfhörer an seinem iPod nutzen möchte, der ja bekanntermaßen kein Bluetooth besitzt. Hierfür bietet Sennheiser den „BTD 300i Bluetooth Stereo Audio Dongle für iPod und iPhone„. Dieser Dongle wird einfach unten an den Universal-Dockanschluss gesteckt und so ist eine BT-Verbindung zu dem Funkkopfhörern möglich.

Und wie kann man seinen Bluetooth-Kopfhörer an der „normalen“ Stereoanlage nutzen ? Klar, über das Audiokabel und den 6,3 mm Adapater. Aber geht es auch kabellos? Auch hier bietet Sennheiser Abhilfe. Mit dem „BTD 300 Audio Bluetooth Stereo Audio Dongle mit 3,5 mm Klinkenanschluss“ kann man jedes Audiogerät mit einem 3,5mm Kopfhörerausgang um die Bluetooth-Fähigkeit für die Nutzung von Sennheisers kabellosen Kopfhörern erweitern.

[aartikel]B002WB0PUK:left[/aartikel]Nochmals gesagt: Ich habe hier Bluetooth-Headsets, also Kopfhörer mit Mikrofon für die Telefonie, verglichen. Sennheiser bietet beide Geräte (MM450 und MM550) auch ohne Headset-Funktion an: Wer den MM 550 ohne Headset sucht, der sollte sich den PX 360 BT anschauen, der der einfachste ohrumschließende Kopfhörer ist. Der Sennheiser PXC 360 BT kommt zusätzlich mit der aktiven Lärmkompensation »NoiseGuard« daher. Wer lieber das ohraufliegende System a la MM 450 möchte, der wird beim PX 210 BT bzw. PXC 310 BT fündig.

Den PX 360 BT gibts auch als Kopfhörer mit Kabel, also ohne Funktechnologie. Er heisst dann Sennheiser PX 360.

Mein Fazit: „Leider“ gilt hier mal wieder das alltbekannte Motto „Teurer ist Besser„. Der MM 550 ist der absolute Hammer, ich habe mich in den sofort verliebt. Preislich schon ganz schön happig – aber zu Weihnachten und dank Einkaufsgutschein hab ich mir dieses Headset gegönnt. Und wer ihn einmal aufgehabt hat, der wird ihn nur schweren Herzens wieder hergeben …


*) Der Name Bluetooth – zu Deutsch Blauzahn – geht auf den Wikingerkönig ( „Blauzahn“) zurück, dem es im Mittelalter gelang, große Teile Skandinaviens unter seiner Herrschaft zu vereinen. Bereits 1994 durch die beiden skandinavischen Mobilfunkhersteller Ericsson und Nokia als für den einfachen Kurzstreckenfunk eingerichtet, kann sich Bluetooth aber erst durch die Gründung der (Special Interest Group) 1998 als de-facto-Standard etablieren. Heute gehören dieser SIG mehrere tausend Firmen an.

Externe Links

Datenblatt des MM 550 TRAVEL

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Dienstag, den 11. Januar 2011 um 09:14 Uhr | 51.776 Besuche
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