Jul05
2013
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Vor einigen Tagen habe ich bereits beschrieben, welche tariftechnischen Möglichkeiten es für die Nutzung eines UMTS-Sticks oder -Modems gibt. Die bequemste Art ist die Nutzung einer Zweitkarte. Will man diese in eine Huawei UMTS-Router verwenden, muss man eine Sache beachten und ggf. anpassen.

Wer nämlich eine , o.ä. in seinem Huawei UMTS-Modem der E5-Serie betreiben will, wird feststellen, dass er über seine Hauptkarte telefonisch nicht mehr erreichbar ist, sobald sie die Zweitkarte eingebucht hat. Der Hintergrund ist folgender:

[aartikel]B005Q0WZZM:right[/aartikel]In der Vermittlungstechnik in der Telekommuniktaion werden zwei unterschiedliche Netzmodi unterschieden, den PS- und den CS-Mode. Beim klassischen CS-Modus („Circuit Switching“) – der Leitungsvermittlung – wird einer Nachrichtenverbindung zeitweilig ein durchgeschalteter Übertragungskanal mit konstanter Bandbreite zugeordnet, der dieser Verbindung dann zur exklusiven Nutzung zur Verfügung steht, auch wenn keine Informationen übertragen werden. Das wohl bekannteste Netz, das Verbindungen mit Leitungsvermittlung herstellt, ist das klassische Telefonnetz, oder die Sprachübertragung beim Mobilfunk, also beim Handytelefonat, egal ob mit oder ohne Vertrag – zum Beispiel mit dem HTC One mit Vertrag. Aber auch Daten können so übertragen werden. Früher, also zu Beginn der Datenübertragung über Mobilfunknetze, war das der gängige Weg. Wie bei einer alten Modemverbindung, stellte man eine Verbindung über eine Rufnummer her. Und solange diese Verbindung aktiv war, war die Leitung besetzt. Und abgerechnet wurde nicht nach Volumen, sondern nach Onlinezeit – alte Hasen werden sich daran noch erinnern können …

Bei der Paketvermittlung (PS-Modus, „“) wird ein Übertragungskanal nicht exklusiv für eine Nachrichtenverbindung sondern für mehrere Verbindungen gleichzeitig benutzt. Das erste System, wo im Mobilfunk diese Technik weitläufig eingesetzt wurde, ist das heute noch bekannte . Größere Daten werden in einzelne Pakete aufgeteilt und durchqueren als unabhängige und eigenständige Einheiten das Netz.

Genau in diesen Mode muss die Zweitkarte versetzt werden. Dieses kann entweder über den Kundenservice des Netzbetreibers erfolgen – oder man macht es einfach selber. Dies erfolgt mit einem der guten, alten AT-Kommandos, mit dem man sein UMTS-Modem füttert, wenn sich die SIM-Karte im Modem befindet. Das geht folgendermaßen (beschrieben für Windows und ):

Vodafone D2 Onlineshop

Unter Windows

Das Huawei-Modem per USB an dern Computer anschließen und die Treibersoftware installieren. Diese befindet sich „auf“ dem Gerät: Beim Anschließen wir ein Laufwerk gemountet, was die notwendige Treiber beinhaltet.

Bei Windows XP und älter gibt es im Startmenü unter „Zubehör“ das Programm Hyperterminal. Auf gibt es dieses nicht mehr, hier muss man sich nach geeigntem Ersatz umschauen. Meine Empfehlung ist das Programm „HyperTerminal Private Edition“ (http://www.hilgraeve.com/hyperterminal/). Dieses ist zwar kostenpflichtig, bietet aber eine zeitlich begrenzte Testphase mit uneingeschränktem Funktionsumfang – genau richtig für den einmaligen Einsatz.

Bevor man loslegt, muss man sich den korrekten COM-Port suchen, der für das HUAWEI-Modem simuliert wird. Das geht am einfachsten über den Geräte-Manager. Unter „…“ findet man eine entsprechende Auflistung – und einer der Ports sollte „HUAWEI Mobile Connect – 3G PC UI Interface“ heißen.

Diesen Port nun im Hyper verwenden. Nach dem Herstellen der Verbindung zum Huawei-Modem nun das AT-Kommando

AT^SYSCFG=2,2,3FFFFFFF,1,1

übertragen. Beim windows-eigenen Hyper Terminal ist ein Copy & Paste nicht möglich – hier muss man die AT-Folge also per Hand eintippen. Hierbei ist Obacht geboten, da man keine Reaktion von der Konsole bekommt – man tippt also blind. Beim Programm „HyperTerminal Private Edition“ gibt es einen speziellen Einfügen-Befehl im Menü, mit dem man Inhalt aus der Zwischenablage in das Hyper Terminal kopieren kann – also den AT-Befehl markieren, kopieren und einfügen.

Nach dem Drücken der Eingabetaste sollte ein „OK“ erscheinen. Das kann auch einige Sekunden dauern. Dann wurde der Befehl erfolgreich übertragen und ausgeführt. Die Einstellung ist nun im Gerät bis auf weiteres gespeichert.

Möchte man diese Änderung rückgängig machen und wieder den CS+PS-Mode aktivieren, verwendet man den Befehl

AT^SYSCFG=2,2,3FFFFFFF,1,2

Überprüfen kann man die Anpassung im Webinterface des WLAN-Routers: Unter “Einstellungen”->”System”->”Diagnose” sollte dann nur “PSD fähig” und nicht mehr “CSD & PSD fähig” stehen, dann hat die Einstellung geklappt und ist auch dauerhaft gespeichert.

Natürlich sollte man auch den Praxistest machen: Also Modem online bringen (eine WLAN-Verbindung von einem Client ist nicht nötig, es reicht das Einbuchen im Mobilfunknetz) und dann mit einem Telefon sein Handy, in dem sich die Hauptkarte befindet, anrufen. Dieses sollte nun wieder klingeln und ein Gespräch sollte möglich sein.

Unter Mac OS X

Auf dem Mac gestaltet sich die Umstellung – natürgemäß – weitaus einfacher. Der Grund ist u.a., dass Mac OS X – wie alle unix-basierten Betriebssysteme – über eine umfassend-nutzbare Terminalkonsole verfügen.

Nach dem Installieren der Treiber (analog zum ersten Punkt unter Windows) öffnet man ein Terminalfenster. Ist das Modem per USB angeschlossen, findet man im Ordner /dev/ die beiden Huawei-Ports. Uns interessiert der zweite der beiden, der „HUAWEIMobile-Pcui“, also das PC-UI-Interface. Dieser wird mittels sudo mit Adminrechten in einem Screen geöffnet:

$ sudo screen /dev/tty.HUAWEIMobile-Pcui

Nun ist man über den Port mit dem Modem verbunden. Nun einfach per Copy & Paste (oder durch Eintippen) das AT-Kommando übertragen, mit der Returntaste bestätigen und auf „OK“ warten. Das wars schon. Den Screen schließt man wie gewohnt mit „Ctrl-A-D“.

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Freitag, den 05. Juli 2013 um 10:18 Uhr | 42.026 Besuche
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3 Kommentare zum Beitrag “Huawei UMTS-Router (E5832,E586) mit UltraCard oder MultiSim betreiben”

  1. 1
    oli schreibt:

    Danke!!! ;-) Vodafone konnte mir nicht helfen und Huawei sagte mir: Das sei so beabsichtigt. Jetzt ist alles so wie es sein soll.

  2. 3
    Johannes schreibt:

    Super Dokumentiert. Funktioniert auch mit dem E5372.


    Trackbacks / Pings

  1. 4
    Travelmate – update | apographon schreibt:

    […] Lösung habe ich dann hier bei Oli Hart gefunden. Und nach ein wenig AT-Kommandozauber funzt es so wie ich schon immer wollte. Hier Online […]

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