Mai25
2010

UMTS-Flatrate für unterwegs

Geschrieben 25. Mai 2010 von
Veröffentlicht in Mobilfunk 1 Kommentar »
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Wenn man viel unterwegs ist und auch dort das Internet bzw. Onlinedienste nutzen möchte und sich nicht von überteuerten WLAN-Hotspots abhängig machen möchte, dann kommt man früher oder später um eine UMTS- nicht herum. Auch für mich stellt sich aktuell diese Frage, daher nun ein kurzer Lagecheck.

Bevor man sich über Anbieter und Konditionen informiert, sollte man sich überlegen, wie stark man diese Flatrate verwenden möchte. Meist ist es die einfachste Möglichkeit, eine UMTS- oder Internet-Option zu seinem bestehenden Mobilfunkvertrag zu ordern und dann sein Handy als Modem zu verwenden. Hier muss aber zuerst überprüft werden, ob das eigene Telefon überhaupt ein Internetmodem integriert hat und das so genannte Tethering unterstützt.

Das Tethering (engl. Anbinden) bezeichnet die Verbindung eines internetfähigen Mobiltelefons oder Smartphones mit einem Computer oder PDA, um diesem einen Internetzugang über seinen Mobilfunkprovider zu ermöglichen. Das Mobiltelefon übernimmt damit die Rolle eines Modems. Dieselbe Funktion wird bei Windows-Mobile-PDAs oder -Smartphones auch als Internet-Sharing bezeichnet. Die Verbindung kann kabellos (Bluetooth oder Infrarot) oder kabelgebunden (USB-Datenkabel) erfolgen. Beachten sollte man aber, dass diese Verbindungsart für längere und regelmäßige Verbindungen eher ungeeignet ist, da sich eine solche Kopplung natürlich stark auf die Akkuleistung des Telefon auswirkt und den Handyakku förmlich leersaugt. Auch ist man bei kabellosen Verbindungen stark von Störfaktoren abhängig. Ich selber nutze die Tethering-Funktion meines iPhones für gelegentliche Internetsessions mit meinem Macbook Pro. Für regelmäßige Verbindungen mit Netbook oder meinem neuen Subnotebook nutze ich hingegen eine eigenständige UMTS-Flatrate.

[aartikel]B002LGA218:left[/aartikel]Hierbei handelt es sich um einen eigenständigen Mobilfunkvertrag mit eigener Rufnummer (die man normalerweise nicht benötigt) und einer eigenen Hardware. Somit ist man unabhängig vom eigenen Handy. Eine dritte Möglichkeit wäre die Kombination beide Wege, in dem man sich für seinen Handy-Mobilfunkvertrag eine Zweitkarte („Twincard“) zulegt und diese mit einem UMTS-Stick oder einer UMTS-Expresscard nutzt. Somit spart man sich den zweiten Mobilfunkvertrag, hat aber dennoch eine eigene Hardware – unabhängig vom Handy. Ob und in welcher Form der Mobilfunkprovider diese „Twincards“ anbietet, muss erkundet werden.

Ein weiterer Aspekt bei der Wahl ist die Netzabdeckung und die UMTS-Verfügbarkeit. Hier haben weiterhin die beiden D-Netze in Deutschland klar die Nase vorne, die E-Netze hängen hier hinterher – und zwar sowohl in der Netzabdeckung als auch in der verfügbaren Geschwindigkeit. Vor allem das D2-Netz bietet inzwischen in den Ballungszentren und beinahe allen Städten -Abdeckung, größtenteils schon mit einer theoretischen Maximalbandbreite von 7,2 Mbit/s. Da, wo man kein bekommt, ist UMTS mit 384 kbit/s verfügbar – in ländlichen Regionen muss man vereinzelt noch mit dem veralteten (56 kbit/s) Vorlieb nehmen. Ähnlich gut sieht es beim T-Mobile D1-Netz aus.

Anders bei den E-Netzen. O2 bietet zwar in den Ballungszentren auch schon HSDPA an, aber hier nur mit einer maximalen „Geschwindigkeit“ von 3,6 Mbit/s. Noch langsamer ist die Situation bei , die diesen Markt komplett verschlafen haben. Hier ist GPRS der momentane Standard, in den Städten kann man größtenteils UMTS einsetzen. Seit letzten Jahr beginnt E-Plus nun, sein Netz auf HSDPA (3,6 Mbit/s) auszubauen. Hier in Berlin ist das beispielsweise in der Innenstadt bereits der Fall (konkret innerhalb des S-Bahnrings), in den äußeren Bezirken muss man sich weiterhin mit UMTS zufrieden geben. Für die genaue Netzabdeckung bieten die deutschen Netzanbieter detaillierte, interaktive Netzabdeckungskarten an:

T-Mobile D1: T-Map – Funkversorgung im Inland

Vodafone D2: Netzabdeckung Vodafone-Deutschland

E-Plus: eplus Netzabdeckung UMTS

O2: O2 Mobile Data Check (O2 bietet lediglich eine Suchfunktion für Adresseingaben)

Möchte man also regelmäßig und auch deutschlandweit (also auch unterwegs im Zug oder auf dem „Land“) das Internet mobil nutzen, sollte man sich nach einer UMTS-Flatrate im D-Netz umsehen. Genau das habe ich getan. Glücklicherweise sind hier inzwischen die Zeiten vorbei, wo man sich zwei Jahre an einen Anbieter binden musste. Ich möchte hier nun zweiAnbieter, die es in meine engere Wahl geschafft haben, kurz vorstellen. Zuerst aber noch eine Alternative, die für „Gelegenheitssurfer“ interessant sein könnte.

[aartikel]B002VDIK9C:right[/aartikel]Wer seine Flatrate nicht täglich einsetzen möchte, der sollte sich eine so genannte Tagesflatrate anschauen. Hier hat sich FONIC einen Namen gemacht. FONIC bietet seinem Nutzer die Möglichkeit, für einen Preis von 2,50 EUR einen ganzen Tag sein mobiles Internet zu nutzen. Neu ist ein „Kosten-Airbag“, mit dem man seine monatlichen Kosten auf 25 EUR pro Monat begrenzt. FONIC nutzt das Prepaid-Prinzip für seinen SurfStick, so dass man hier keine Vertragsbindung, keine Grundgebühr und keinen Mindestumsatz hat. Das Startpaket incl. UMTS-Surfstick kostet aktuell 39,95 EUR. Da es sich bei FONIC um eine Zweitmarke von O2 handelt, bekommt man hier eine relativ schlechte Netzabdeckung und eben nur ein Maximum von 3,6 Mbit/s – und das auch nur in Ballungsgebieten. Wer aber eine Möglichkeit sucht, beispielsweise im Urlaub seine Postkarten als E-Mail von der Ostseeküste versenden und nicht auf die überteuerten WLAN-Zugänge in Hotels angewiesen sein möchte, bekommt hier ein vertragsfreie Möglichkeit der Datenübertragung.

Meine Prämissen bei der Suche nach einer UMTS-Flatrate waren klar: Zum einen muss der Anbieter ein D-Netz verwenden, zum anderen sollte der Vertrag keine Mindestvertragslaufzeit verlangen. Ich habe somit nun drei Angebote gefunden: KlarmobilmaXXim und simply. Die beiden letztgenannten gehören Drillisch Telecom und bieten weitgehend identische Vertragsbedingungen. Beide nutzen das D1-Netz der und bieten somit in Städten bis 7,2 Mbit/s an. Man erhält eine „echte“ Flatrate, also man es gibt keine Kontingente, was das Datenvolumen angeht. Lediglich behält sich der Anbieter das Recht vor, nach einem monatlichen Transfervolumen von 5 GB die Geschwindigkeit  auf GPRS (56 kbit/s) zu drosseln. Es gibt keinen Mindestumsatz und keine Mindestlaufzeit, eine Kündigung ist jederzeit zum Monatsende möglich.

Wer bereits die erforderliche Hardware besitzt (UMTS-Stick, UMTS-Card oder ein Gerät mit integriertem Modem), für den bieten beide Produkte einen „SIM-only“-Tarif an, wer noch einen USB-Stick benötigt, kann bei Vertragsabschluss für einmalig 49 EUR den XSStick  W14 dazukaufen, dieser ist kompatibel zu Windows und Mac OS X. Die einmalige Einrichtungsgebühr beträgt bei allen Tarifmodellen 24,95 EUR, monatlich fallen 19,95 EUR an. Zu beachten ist, dass dieser Monatspreis nur die ersten 24 Monate nach Vertragsabschluss gilt. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit, über den Computer SMS für 20 ct zu versenden. Die Nutzung von VoIP, Instant Messaging und Peer-to-Peer-Verkehren ist bei beiden Angeboten ausgeschlossen. Weitere Einzelheiten gibt es unter www.simplytel.de bzw. www.maxximdata.de.

Ein persönlicher Favorit ist momentan Klarmobil. Zwar hat die Werbung von Klarmobil mit Abstand den größten Nervfaktor, aber die Internet flat ist auf jeden Fall erwähnenwert. Klarmobil nutzt auch das D1-Netz von T-Mobile und bietet somit bis zu 7,2 Mbit/s an. Tariftechnisch werden zwei Pakete angeboten. Zum einen die Internet flat 500, die für 9,95 EUR monatlich den Datenturbo bis zu 500 MB garantiert, ab einem genutzten Datenvolumen von 500 MB pro Monat kann die Geschwindigkeit auf GPRS gedrosselt werden. Für Mehrsurfer gibt es die Internet flat 5000, die auch hier 19,95 EUR kostet und 5 GB pro Monat garantiert. Ein Pluspunkt von Klarmobil  im Vergleich zu den beiden erstgenannten Drillisch-Pakete ist die günstigere einmaligen Einrichtungsgebühr von lediglich 9,95 EUR. Wer zusätzlich ein UMTS-Stick benötigt, kann hier den XSStick W14 für zusätzlich 49,95 EUR bei Vertragsabschluss erwerben. Alternativ bietet Klarmobil den XSStick P10 für 29,95 EUR an, dieser ist allerdings nur eine maximale Übertragungsgeschwindigkeit von 3,6 Mbit/s ausgelegt. Sonst gilt auch hier: Kein Mindestumsatz, keine Vertragslaufzeit und Kündigung zum Monatsende möglich. Der SMS-Versand kostet je 19 Cent. Weitere Details findet ihr unter www.klarmobil.de.

Ein Hinweis zum Schluss. Datenflatrates gelten nur in Deutschland. Ein Einsatz von mobilen Internet mit deutschen SIM-Karten im Ausland kann zu einer bösen Kostenfalle werden. Bei diesem Datenroaming genannten „Service“ rechnen die Mobilfunkanbieter volumenbasiert ab – und hier können Kosten bis 35 EUR (!!!) pro angefangenen Megabyte anfallen.

(Stand: 25. Mai 2010)

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Dienstag, den 25. Mai 2010 um 14:11 Uhr | 17.370 Besuche
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Ein Kommentar zum Beitrag “UMTS-Flatrate für unterwegs”

  1. 1
    Bätschman schreibt:

    kleine Berichtigung: Auch Klarmobil ist Drillisch. Und Klarmobil hat auch Datenflats im O2 Netz. Teilweise ist Zuteilung vom Zufall abhängig. Man sollte also immer das Kleingedruckte lesen.

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