Mai24
2011

Abschied von E-Plus

Geschrieben 24. Mai 2011 von
Veröffentlicht in Mobilfunk 1 Kommentar »
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… der keinesfalls schwerfiel – soviel vorneweg. Nachdem ich die beiden letzten Jahre die fristgerechte Kündigung versäumt habe, habe ich dieses Jahr rechtzeitig daran gedacht und Anfang des Jahres meinen Laufzeitvertrag bei E-Plus beendet.

Die Gründe liegen bei mir auf der Hand: E-Plus hat aus meiner Sicht den Markt und die entsprechend notwendige Netzentwicklung schlichtweg verschlafen. Auch heute noch haben die Düsseldorfer eine – im Vergleich zum Wettbewerb – einfach nur miserableNetzabdeckung, die eigentlich nur in Städten ausreichend ist und sich in den letzten Jahren (ich war nun neun Jahre bei E-Plus) nicht wirklich stark verbessert hat. Sobald man sich in Randgebieten befindet (im konkreten Fall, wenn ich aus Berlin herausfahre), reduziert sich die Signalqualität bis hin zum Empfangsabbruch. Darüber hinaus gibt es immer noch weite ländliche Regionen in Deutschland, auf denen der E-Plus Empfang gleich Null ist. Vor allem da, wo die Bevölkerungsdichte sehr gering ist, hat man mit E-Plus keine Chance erreichbar zu sein – egal, ob ich durch das Allgäu, die Pfalz oder den Schwarzwald gefahren bin.

[aartikel]B004Q3QSWQ:right[/aartikel]Noch schlimmer als bei den Sprachdiensten ist das „Angebot“ bei den Datendiensten. Bauen vor allem die beiden D-Netzanbieter und Telekom ihr mobiles Highspeed-Internet immer weiter aus, ist das Nutzen einer Datenverbindung mit E-Plus eine Qual. Lange Zeit verwehrte man sich gegen die Einführung von HSDPA, aber selbst eine grundlegende flächendeckende Datennetzabdeckung ist bis heute ein Fremdwort bei E-Plus. Zwar bietet man seit 2009 teilweise in den landlichen Regionen EDGE an, jedoch liegt hier die Betonung auf “ teilweise“. Und obwohl im letzten Jahr gross die Ankündigung kam, nun rasch ein HSDPA-Netz aufzubauen und das sogar bis 14,4 Mbps zu beschleunigen, kann man froh sein, wenn man in Innenstädten mal in den Genuss von HSDPA mit 3,6 Mbps kommt. Auf dem Land heisst der Standard „GPRS“ – wenn man überhaupt eine mobile Datenanbindung bekommt. Dabei begann alles so vielversprechend, als E-Plus 2005 als erster der Mobilfunkanbieter eine vollwertige -Flatrate anbot: Damals konnte man für 39 EUR im Monat ohne Beschränkung in Städten (soweit vorhanden) mit 384 kbps nutzen, überall anders Stand GPRS zur Verfügung.

Vodafone HSUPA: Von solch einer Upload-Rate träumt man bei ADSL ...

Dieses Angebot entpuppte sich als großer Erfolg, gab es bei den Mitbewerbern keinerlei vergleichbaren Angebote, was den Preis angeht und es hatte den Anschein, dass sich E-Plus auf diesem Erfolg ausruhte. Aber die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht und zog relativ fix nach – und sogar in großen Schritten vorbei. Während E-Plus sich zunehmend auf seine Billigmarke BASE versteifte und sein Datennetz nur zweitrangig weiter ausbaute, investierten die Konkurrenten stark in immer schnellere und stabilere Datennetze. Heute surfe ich mit Vodafone in nahezu jeder Stadt mit HSDPA, oft sogar mit 7,2 Mbps und auf Wunsch inzwischen sogar mit 21,6 Mbps, auf dem Land nahezu flächendeckend mit UMTS und da, wo wirklich keiner wohnt, steht immerhin EDGE zur Verfügung.

Somit war auch klar, zu welchen Netzbetreiber ich mit meinem Zweithandy, dessen Rolle seit dem Winter das Nokia E7 einnimmt, wechseln werde. Da ich seit dem Winter für mein iPhone bei Vodafone einen Rundum-Sorglos-All-Inklusive-Tarif für gerade mal 45 EUR nutze, musste es auch kein Vertrag mit Flatrate sein, sondern kam ein -Angebot in Frage.


Jetzt FYVE bestellen!
Hier ist mir bereits im Herbst das Angebot von FYVE aufgefallen: FVYE, der Mobilfunktarif für Smartphones der ProSiebenSat.1 Group, bietet neben einem Einheitspreis von 9 Cent für Gesprachsminute oder SMS auch Internetflatoptionen an – und das alles im Vodafonenetz als Prepaidanbieter. Ein weiterer Vorteil von FVYE (zu manch anderem Prepaidanbieter) ist die Möglichkeit der Rufnummernmitnahme.

Nachdem ich nun rechtzeitig meinen E-Plus-Laufzeitvertrag gekündigt habe, habe ich mich anschließend bei angemeldet. Im Anmeldeformular gibt es entsprechende Felder, in denen man den Wunsch nach einer Rufnummernportierung angeben kann. Hier trägt man seine alte Rufnummer und das Datum des Vertragsendes ein, zu dem dann die Übernahme der Rufnummer erfolgen soll.

Nachdem man sich dann unter angemeldet hat, bekommt man einige Tage später eine E-Mail mit dem genauen Portierungstermin, optimalerweise in den Morgenstunden nach dem Tag des Vertragsendes, bei mir war das im Zeitraum von 0 bis 6 Uhr. Einen Tag zuvor habe ich meine neue SIM-Karte erhalten und diese dann einfach am Abend vor der Portierung in mein Handy gesteckt – als ich dann morgens nachschaute, war die Portierung bereits abgeschlossen und es stand nun „Vodafone.de“ als Netzbetreiber auf dem Handydisplay. Die Abbuchung des Preises für das Startpakek erfolgte nicht zum Zeitpunkt der Bestellung sondern erst einige Tage nach Portierung.

Da einige (vielleicht sogar alle) Anbieter die Rufnummernportierung den ziehenden Kunden – quasi als Abschiedsgeschenk – noch in Rechnnug stellen, bekommt man bei FVYE diese Gebühr als Guthaben auf sein Kundenkonto gebucht. In der Regel sind das 26 EUR – somit findet man als Neukunde diese Summer als Startguthaben vor. Dazu bekommt man für den ersten Monat die kleine Internetflat, das sogenannte Viel-Surfer-Paket, für lau dazu.

Neben diesem Viel-Surfer-Paket, in dem man ein Datenvolumen von 150 MB im Monat zur Verfügung hat und dieses mit UMTS-Geschwindigkeit nutzen kann, gibt es noch zwei „richtige“ Flatrates: Zum einen die „Surf-Flatrate“ – hier kann man ohne Volumenbeschränkung mit vollen 7,2 Mbits surfen. Nach 500 MB Datennutzung wird allerdings die Geschwindigkeit auf GPRS-Niveau gedrosselt. Seit April 2011 wird zusätzlich noch die Surf-Flatrate XL angeboten, in der die Geschwindigkeitsdrosselung erst nach einem Gigabyte Transfervolumen einsetzt. Die neue Surf-Flatrate XL kostet 15 Euro im Monat und eignet sich besonders für Kunden, die Fyve mit einem Web Stick, mit dem iPad oder dem Netbook nutzen. Das Viel-Surfer-Paket kostet 5 EUR, die Surf-Flatrate 10 EUR pro Monat.

Ebenfalls neu seit April ist die SMS-Flatrate: Sie beinhaltet das Versenden von SMS in alle deutschen Netze und kann optional zu den drei Surf-Tarif-Paketen gebucht werden. Fyve bleibt ohne Mindestlaufzeiten. Außerdem verlängern sich Pakete, die ab dem 19. April gebucht werden, automatisch um einen Monat. Sie sind weiterhin monatlich deaktivierbar. Nach Verbrauch von einem Gigabyte wird die Surfgeschwindigkeit gedrosselt, man kann also weiter online bleiben.

Auf dem Sprachsektor ist die Kostenstruktur ähnlich gut überschaubar: Gespräche in alle deutschen Mobilfunknetze, das Festnetz sowie Gespräche von Deutschland in das Festnetz von 33 Ländern kosten 9 Cent pro Minute. Ebenso viel kostet eine SMS – egal in welches deutsche Netz, wenn man nicht die SMS-Flatrate gebucht hat. Um sein Guthaben aufzuladen, werden mehrere Möglichkeiten geboten: Vodafone Guthabenkarten („CallNow“), Lastschrift, Kreditkarte, Überweisung oder automatisches Aufladen.

Bequem ist die automatische Funktion, die das Konto um einen bestimmten Betrag auflädt, sobald das Guthaben unter 10 EUR sinkt. Alternativ kann man sein Konto zu einem festen Tag jeden Monat mit einem bestimmten Betrag aufladen.

FVYE gibt noch einige Tipps zur Rufnummernmitnahme:

Möchtest du deine Rufnummer mit zu FYVE nehmen, musst du, bevor du die FYVE SIM-Karte bestellst, zunächst deinen Mobilfunkvertrag bei deinem alten Anbieter kündigen. Wenn du wirksam gekündigt hast und dein bisheriger Vertrag zum Zeitpunkt der Bestellung in 120 Tagen ausläuft (oder vor 30 Tagen ausgelaufen ist), kannst du in Kürze deine SIM bestellen, mit der du dann unter deiner alten Rufnummer erreichbar bist. Eine vorzeitige Übertragung der Rufnummer ist somit ausgeschlossen. Nutzt du aktuell einen Prepaid Tarif ohne Vertragsbindung so musst du deinen bisherigen Prepaid Anbieter über die gewünschte Rufnummernmitnahme informieren und eine Verzichtserklärung ausstellen.

Eine Mitnahme der Rufnummer zu FYVE kann bereits 120 Tage vor Ablauf und bis 30 Tage nach Ablauf deines bestehenden Vertrages beantragt werden. Sollte dein Vertrag schon vor mehr als 30 Tagen beendet worden sein, ist eine Rufnummernmitnahme zu FYVE leider nicht mehr möglich. Wenn du deine Rufnummer mit zu FYVE nehmen möchtest, werden im Bestellprozess die Daten deines alten Vertrages abgefragt. Bitte achte darauf, dass diese Daten mit den Daten, die bei deinem alten Anbieter vorliegen, identisch (exakt gleiche Schreibweise) sind. Nur so kann die Rufnummernmitnahme ohne Probleme angestoßen werden.

Dafür, dass du deine alte Rufnummer mit zu FYVE nehmen kannst, erheben die meisten Mobilfunkanbieter eine Gebühr. Bitte achte darauf, dass die Zahlung dieser Gebühr an deinen alten Anbieter rechtzeitig erfolgt bzw. dass du im Falle eines Prepaidvertrages noch über ausreichend Gesprächsguthaben verfügst, um die Gebühr zu begleichen. Nur wenn die Gebühr rechtzeitig von dir bezahlt wird, wird dein alter Anbieter der Rufnummernmitnahme zustimmen. Die Übernahme deiner bisherigen Mobilfunknummer geschieht in der Regel innerhalb weniger Stunden. Der genaue Zeitpunkt wird dir von FYVE mitgeteilt. Normalerweise kannst du am nächsten Morgen nach der Portierung schon als FYVE Kunde telefonieren. Vorausgesetzt, du hast alle Fristen eingehalten und deine neue FYVE SIM-Karte bereits zum Vertragsende vorliegen.

Der alte Anbieter kann die Rufnummernmitnahme verweigern wenn:
• der alte Vertrag noch nicht gekündigt wurde.
• die Daten, die du zum alten Vertrag bei deiner Bestellung von FYVE angegeben hast, nicht mit den tatsächlichen Daten des alten Vertrags übereinstimmen.
• die Portierungsgebühr nicht beglichen wurde.
• die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde.

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Dienstag, den 24. Mai 2011 um 12:54 Uhr | 10.638 Besuche
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Ein Kommentar zum Beitrag “Abschied von E-Plus”

  1. 1
    Bätschman schreibt:

    habe mir Hyve auch mal überlegt. Allerdings wollte ich offene AGB bei VOIP und Instand Messenger. Wie allen anderen Anbieter hat auch Hyve ein VOIP-Verbot. Darum bin ich zu Fonic. Preise sind genau gleich. Nur eben O2 Netz und AGB’s sind offener.

    Grüße
    Bätschman

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