Sep03
2011
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Seite 1: Nokia 9000 bis 9210i

Alle auf einem Blick: , 9110, 9210i, 9300, 9500, und E7

Die vierte Generation: Nokia 9500. Als einziger Communicator kommt das 9500 mit einem Desktop-Charger im Lieferumfang daher.

Der Nachfolger des 9210i erscheint Anfang 2005 mit dem Nokia 9500 und wird er auf der 3G-Conference in Cannes vorgestellt. Der 9500 Communicator ist ein Triband-Gerät für , und PCS 1900. Zu den wesentlichen Neuerungen gegenüber dem Vorgängermodell gehören die Displays mit nunmehr 65.536 Farben, die integrierte VGA-Kamera, GPRS, EDGE, MMS und WLAN (was zu der damaligen Zeit bei Mobiltelefonen noch eine Seltenheit ist), sowie ein vergrößertes Speichermanagement (64 MB RAM, 80 MB Anwenderspeicher). Als Betriebssystem kommt Symbian OS 7.0 mit einer Series 80-v2-Oberfläche zum Einsatz. Das Gerät verfügt in allen Varianten über die Möglichkeit, die Oberschalen zu tauschen. Es können jetzt MMC-Karten bis 2 GB verwendet werden, außerdem verfügt das Gerät über Bluetooth.

Neben dem ordentlichen Speicherupgrade im Vergleich zum Vorgänger wird vor allem der Leistungsschub bei der eingesetzten CPU gelobt. Nokia verdreifacht die Taktfrequenz der verbauten ARMv4T-CPU, was zu einer spürbaren Performancesteigerung führt. Das 9500 ist der erste Communicator, der keine externe Antenne mehr besitzt, sondern seine Empfangseinheit im Inneren mit sich trägt. Dennoch verringert sich die Gerätegröße spürbar. Eine weiteres Novum zeigt sich bei der Bedienung. Hier verbaut Nokia nun einen „Pointing-Stick“, mit dem der Nutzer problemlos in den Anwendungen navigieren kann. Und wie es zu dieser Zeit typisch für Handys ist, bekommt auch das 9500 eine – mehr oder weniger – nutzbare Digitalkamera verbaut. Der eingesetzte CMOS-Chip kann Bilder mit 0,31 MP erstellen, also mit einer Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten.

Nun mit zwei Farbdisplays: Nokia 9500

Kein echter Communicator: Das Nokia 9300, der kleine Bruder des 9500

Im Sommer bringt Nokia eine kleinere Version des 9500 auf den Markt. Das Nokia 9300 unterscheidet sich auf den ersten Blick durch die fehlende Kamera vom großen Bruder. Außerdem hat Nokia auf die WLAN-Funktion verzichtet. Nach dem Aufklappen kommt das große Hauptdisplay mit 640×200 Pixel und ebenfalls 65.536 Farben, jedoch mit kleinerer Diagonale als beim 9500, zum Vorschein. Der interne Speicher ist wie beim 9500 80 MB groß. Dieser kann mit MMC-Karten auf 2 GByte erweitert werden, was auch mit dem letzten Firmware-Updates uneingeschränkt funktioniert.

[aartikel]B000620IV8:left[/aartikel]Das Triband-Gerät für GSM 900, DCS 1800 und PCS 1900 unterstützt GPRS der Klasse 10 und auch HSCSD. Das Betriebssystem ist wie beim Nokia 9500 Symbian OS 7.0s mit der Series 80-v2 Plattform. Das 9300 ist um 180 Grad (und damit vollständig) aufklappbar. Zusätzlich erscheint Anfang 2006 mit dem eine spezielle Version für den nordamerikanischen Markt, was anstatt des GSM 900 das dort verwendete GSM 850 Netz unterstützt.

2006 erscheint der Nokia 9300i, der bei gleicher Größe wie der 9300 zusätzlich über WLAN nach IEEE 802.11g, die Texteingabehilfe Tegic T9, eine verbesserte Bluetooth-Implementierung (Bluetooth v1.2) und einen stärkeren Akku (aufgrund des hohen Stromverbrauch durch WLAN) verfügt. Er gilt somit als kleiner Bruder des 9500, der sich letztendlich nur noch durch die VGA-Kamera unterscheidet. Der 9300i ist das letzte erschienene Series 80 Gerät. Die 9300-Serie zählt nicht zu Communicator-Serie von Nokia.

Nokia (E61, E65 und E90)

Nokia E90

Ein Jahr später erscheint mit dem Nokia E90 die fünfte Communicator-Generation. Neben einem komplett überarbeitetem Gerät gliedert sich das neue Smartphone auch in die neue Nomenkatur bei Nokia ein und gehört nun zur Eseries (E wie Enterprise, mit der Nokia nun seine Business-Geräte zusammenfasst). Das E90 wird auf der 3GSM 2007 am 12. Februar vorgestellt und ist seit dem dritten Quartal 2007 in den Farben Rot und Mocca erhältlich.

[aartikel]B000PH9NNS:left[/aartikel]Die größten Neuerungen sind das Betriebssystem Symbian OS 9.2 mit der S60-3rd-Edition-FP1-Oberfläche, eine 3,2-Megapixel-Hauptkamera mit Autofokus und eine QCIF-Kamera für Videotelefonie. Der Wechsel von S80 zu S60 (bzw. von Symbian OS 7 zu 9) ermöglicht die Implementierung von Quadband-GSM, UMTS, HSDPA und eines GPS-Empfängers. Interessant ist beim E90 die Möglichkeit, Anwendungen außen zu starten und nach dem Aufklappen innen nahtlos fortzusetzen. Dies wird dadurch erreicht, dass die vorherige S40-Frontsoftware ebenfalls durch S60 ersetzt wird.

Der integrierte Speicher ist 128 MB groß und kann mit einer Micro-SD-Karte um bis zu 16 GB erweitert werden, zum Lieferumfang gehörte eine 512 MB Karte. Das Gerät ist 210 Gramm schwer und hält im Standby 14 Tage durch, es verfügt über fünf Stunden Gesprächszeit im GSM-Modus. Erstmals ist im Communicator kein Fax-Modem mehr implementiert, dafür aber einen Vibrationsalarm. Auch ist ein Radioempfänger eingebaut, der die beiliegenden Kopfhörer als Antenne benötigt. Nokia nutzt zum ersten Mal bei einem Communicator-Gerät eine Mini-USB-Schnittstelle. Neben der bisher auch verwandten Software PC-Suite für Microsoft Betriebssysteme bietet Nokia nun auch ein kostenloses -iSync-PlugIn an, das den Communicator auch mit dem Macintosh-Betriebssystem Mac OS X verwendbar macht.

Tastatur der ersten und letzten Version des E90

Seit Produktionsstart des E90 hat Nokia mit diversen Qualitätsproblemen zu kämpfen. So sind häufiger Berichte über Knarzen an der Unterseite sowie defekte Mikrofone zu lesen, ebenso scheinen bei vielen Modellen die Tasten der Innentastatur gegen das Display zu drücken und dessen Beschichtung zu beschädigen. Ebenso wird vereinzelt über starkes Rauschen während Gesprächen auf der Telefonseite sowie ein Wippen aufgrund unterschiedlich hoher Gumminoppen an der Unterseite berichtet. Daher hat Nokia das Gerät seit Markteinführung mehrmals modifiziert:

  • Zweite Version: Modifizierter Tastaturrahmen mit Stufe zur Erhöhung des Abstandes zwischen den Gehäusehälften
  • Dritte Version: Modifiziertes Innendisplay mit kratzfester Beschichtung
  • Vierte Version: Abgeflachte Innentastatur

Erstmals wurde ein Communicator in mehreren Gerhäusefarben angeboten

Nach der braunen („mokka“) und roten Version folgt 2008 noch eine schwarze Version des E90

Auf der 3GSM 2008 hat Nokia eine zusätzliche Farbvariante des E90 vorgestellt: diese schwarze Version (welche der vierten Version entspricht) ist seit August 2008 in Deutschland verfügbar. Mit der letzten vorgestellten Firmware-Version (400.34.93) vom Juni 2009 kommt auch die freie Nokia-Navigationssoftware auf das E90.

Lange Zeit ist unklar, ob Nokia die Communicator-Serie weiterführen wird oder nicht. Die Antwort kommt im Sommer 2010 mit der Ankündigung des Nokia E7, welches dann nach mehrfacher Verzögerung im Frühjahr 2011 erscheint.

Der letzte seiner Art (?) – Nokia E7

Offiziell spricht Nokia nicht mehr vom Communicator, aber das E7 soll das Erbe dieser Serie antreten. Anders als die vorherigen Modelle der Communicator-Serie besitzt das E7-00 (so der offizielle Name der ersten Serie) keinen Klappmechanismus mehr sondern eine Sliderfunktion. Damit kann Nokia zum einen Gewicht und Größe im Vergleich zum Vorgänger drastisch reduzieren, zum anderen kann somit auf die Außentastatur und ein zweites Display verzichtet werden.

Wie auf dem Markt inzwischen üblich, bekommt das Display die Funktion eines 4-Zoll-Touchscreens mit Active-matrix Organic LED (AMOLED) ClearBlack-Technologie, mit der bei Bedarf einfach eine Zahlentastatur (oder im Querformat sogar eine komplette QWERTZ-Tastatur eingeblendet werden kann. Die primäre Steuerung des Telefons erfolgt somit nicht mehr umständlich über Navigationstasten sondern intuitiv über das Touchscreen. Das E7 ist damit der erste Communicator mit einem berührungsempfindlichen Display. Nokia möchte gerne im Smartphone-Mart mitmischen und im Handy Vergleich – wieder einmal – ganz oben stehen.

In fünf Farben erhältlich: Nokia E7-00

Das E7-00 erscheint im Februar 2011 in insgesamt fünf Farben. Das eloxierte Aluminiumgehäuse ist in Dark grey, Silver white, Blue, Green und Orange verfügbar. Zur Ausstattung zählt eine 8-Megapixel-Kamera (ohne Autofokus), mit der auch HD-Videos erstellt werden können. Für die passende Ausgabe sorgt ein HDMI-Anschluss für die Wiedergabe von Videos und Fotos auf kompatiblen TV-Geräten. Als Betriebssystem setzt Nokia das ein, damit ist das E7 nach dem Nokia N8 das zweite Gerät, das mit betrieben wird. Neben 250 neuen Funktionen bietet es effektives Multitasking zwischen den einzelnen Anwendungen. Anders als N8 und auch E90 hat das E7 keinen Kartenslot, sondern besitzt einen festen Speicher mit 16 GB. Es gibt jedoch die Möglichkeit, über den mitgelieferten Adapter auf einen kompatiblen USB-Stick zugreifen zu können. Negativ im Vergleich zum E90 fällt der fehlende FM-Transmitter auf.

Dank Touchscreen nur noch ein Display: Nokia E7

Wie inzwischen bei beinahe allen Smartphone-Herstellern ist auch bei Nokia klar erkennbar, welchem Vorbild man bei der Gestaltung der Geräte (egal ob Gehausedesign oder Softwarefunktionalitäten) folgt. Auch das E7 muss sich diesen Vorwurf (wie auch sein Bruder N8) gefallen lassen. Es ist doch schon sehr sehr auffällig, dass nahezu alle Smartphones, die nach 2007 auf den Markt kamen (allen voran HTC und Samsung, aber seit einiger Zeit eben auch Nokia), sowohl im Grunddesign als auch im Systemlayout (Homescreenlayout, Multitouchfunktionen) stark an ein gewisses Smartphone aus dem amerikanischen Cupertino ähneln – auch wenn diese Tatsache von Herstellern und „Analysten“ wehement abgestritten wird (2007 startete die Firma Apple mit einem Smartphone namens iPhone inclusive eigenem, völlig neuem Bedienkonzept und revolutionierte damit den Handymarkt.)

[aartikel]B004KPLWG2:right[/aartikel]Nach dem Eingeständnis durch Nokia im Frühjahr 2011 (also noch vor dem offiziellen Verkaufsstart des E7-00), den Smartphonemarkt in den letzten Jahren nicht nur komplett falsch eingeschätzt sondern die Entwicklung auch klar verschlafen zu haben, legen die Finnen als Konsequenz daraus die Entwicklung der Symbian-Plattform nieder und setzen vielmehr in Zukunft auf das Mobile System von Microsoft. Damit ist das E7 praktisch als Totgeburt gebranntmarkt. Und auch der aktuelle Blick (vier Monate nach Verkaufsstart) auf die Verkaufszahlen, bekräftigt diese Aussage: Das E7 ist ein Ladenhüter. Auch wenn es hardwaretechnisch das Zeug zum großen E90-Nachfolger hätte, ist das Symbian^3-System ein einizes Flickenwerk. Viele Funktionen, die beispielsweise bei vorherigen Eseries-Modellen funktionierten, gibt es nicht mehr oder sind nicht mehr brauchbar (Stichwort Exchange-Dienst). Dazu kommt die Angst der potentiellen Käuferschaft, in einem Jahr ein Gerät zu haben, was durch den Hersteller systemtechnisch nicht mehr mit Updates versorgt wird. Erschreckend ist hier auch die Entwicklung des Straßenpreis des E7-00. Ursprünglich mit knapp 650 EUR gestartet, sank der Preis rasch auf unter 500 EUR. Inzwischen ist das Gerät bei amazon.de für unter 400 EUR zu haben – auch das zeigt, wie schnell Hersteller und Händler eingesehen haben, dass dieses Gerät nicht das Zeug zum Bestseller hat. Und dabei hätte die Hardware das Zeug zum Bestseller …

Es bleibt abzuwarten, wie es Nokia schaffen will, sich aus der Grube, in die man sich selber mit einer jahrelang falschen Produktstrategie (und dem bewussten Ignorieren der Marktsituation) hineinmanövriert hat und nun, zusammen mit einem Unternehmen, was mit einer ähnlichen Arroganz sich ebenso mit dem Rücken zur Smartphone-Wand gestellt hat, wieder zurückkommen will.

6 + 1 – Nokia 9000, 9110, 9210i, 9500 E90 und E7 plus der keine Bruder 9300

Doch nochmals zurück zu der Erfolgsgeschichte des Communicators: Neben seinen Erfolgen im realen Leben war das „klapp-rige“ Smartphone auch in vielen Blockbustern ein kleiner Star. Val Kilmer nutzt ein Nokia 9000 in seiner Rolle als Simon Templar im Remake von „The Saint“ aus dem Jahre 1997. Im dritten Teil der Terminator-Reihe („Rise of the Machines“) verwendet Arnies Gegenspielerin Terminatrix (T-X), gespielt von Kristanna Loken, in ihrem gestohlenden Lexus ein 9210, um sich über eine Remoteverbindung mit dem lokalen Telefonsystemserver zu verbinden. Einen weiteren Auftritt hat das 9210 in den Händen von Chris Rock 2002 in „Bad Company“. Und auch das 9300 wurde im Kino berühmt: In „Live Free or Die Hard“ (Stirb langsam 4.0) nutzt der Hacker Matthew Farrell alias Justin Long das 9300 für seine diversen „Recherchen“ während des Fire-Sale genannten Cyberangriffs.

Technische Daten der Communicator-Serie

WAP-Parameter für die GSM-Einstellungen: Nokia-WAP

 

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Einst und jetzt: Nokia 9000 (1996) und Nokia E7 (2011)

15 Jahre Handygeschichte

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Samstag, den 03. September 2011 um 22:00 Uhr | 35.222 Besuche
Abgelegt unter Mobilfunk

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3 Kommentare zum Beitrag “[UPDATE] Nokia Communicator – eine Legende der mobilen Kommunikation”

  1. 1
    Theo schreibt:

    Super Zusammenfassung der Communicator-Geschichte, vielen Dank. Klasse ist auch die Datentabelle, eine solche Zusammenstellung hab ich schon länger gesucht.

    t.

  2. 2
    Emeline schreibt:

    Wonderful exoaanltipn of facts available here.

  3. 3
    Fabules Fab schreibt:

    Hallo,

    wo bekomme ich noch ein Software Update für den Communicator 9500 ? Ich brauche Version 5.2 oder neuer.

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