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[UPDATE] Nokia Communicator – eine Legende der mobilen Kommunikation

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Ein Stück Mobilfunkgeschichte: Der Nokia [2] Communicator

Im Februar 2011 erschien nun endlich das Nokia E7, das die lange Tradition von Nokias Communicator fortsetzen soll. Grund genug für mich, diese Entwicklung aufzuarbeiten und 15 Jahre zurückzublicken.

Der Nokia Communicator ist ein Markenname für eine Reihe von business-optimierten Mobiltelefonen der Nokia Corporation. Gemeinsamkeit – und Einzigartigkeit zu ihrer Zeit – ist ihr Erscheinen als ein normales (wenn großes) Telefon – was die Außenseite angeht. Die Geräte lassen sich durch Aufklappen (Clamshell-Design) in eine Art Mini-Computer verwandeln – komplett mit QWERTZ-Tastatur und einem LCD-Bildschirm. Alle Geräte besitzen Internet-Anbindung (was vor allem zur Zeit der ersten Generation eine Revolution war) und entsprechende Clients für Internet-und Nicht-Internet-Kommunikationsdienste. Die frühe 9000er Serie gilt als Grundstein der heutigen Smartphones. Beliebt bei Geschäftsleuten hat es jedoch kein Communicator geschafft, den wichtigen Markt des „normalen“ Business-Anwenders nachhaltig zu durchdringen, was letztlich in dem Segment zu viel Raum für weitere Lösungen ließ.

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15 Jahre Smartphone-Geschichte: vom Nokia 9000 zum E7 – der Communicator

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Der Urahn und für viele der einzig wahre Communicator: Nokia 9000

Der Nokia 9000 Communicator ist das erste Gerät in Nokias Communicator-Serie. Als dieser vor 15 Jahren auf den Markt kommt, revolutioniert er die mobile Kommunikation – trotz seiner Größe und seines Gewichts von knapp 400 Gramm. Auch wenn es zuvor bereits „Verbindungsversuche“ von Telefon und Organizer gab (in erster Linie das HP 720LX), so gilt doch das Nokia 9000 als erstes erfolgreiches Smartphone – noch ehe Palm mit seinem Pilot-Geräten durchstartet und Compaq (später HP) seine PDA-Serie namens iPAQ mit Telefonfunktion ausstattet.

Vorreiter der Smartphone-Systeme ist PEN/GEOS 3.0 [5] des Herstellers GeoWorks, was als Betriebssystem in den ersten beiden Communicator-Generationen dient. PEN/GEOS ist ein Abkömmling des PC/GEOS, einer grafischen präemptiven 16-Bit-Multitasking-Benutzerfläche für Personal Computer mit vorinstalliertem MS-DOS kompatiblem Betriebssystem. Nokia wechselt später auf einen anderen Prozessor und bildet hierzu eine Allianz mit Psion und dessen EPOC-System, um dann sein Symbian OS zu entwickeln. Wenig bekannt ist, dass Palm (der spätere Entwickler des Palm OS) seinen ersten Software-Marktauftritt innerhalb von PEN/GEOS 2.0, der frühen PDAs Zoomer und HP Omnigo 100/120 hat.

Drei Versionen Nokia 9000: Nokia 9000 (links bzw. oben), Nokia 9000i (Mitte) und Nokia 9000il (rechts bzw. unten)

Das Nokia 9000 ist eine der großen Attraktionen der CeBit 1996. Was auf den ersten Blick wie ein etwas zu groß geratenes Handy aussieht, entpuppt sich nach dem Aufklappen als vollwertiger Organizer. Bedingt durch den horrenden Preis von damals 2.999 DM (Verkaufspreis ohne Mobilfunkvertrag im Jahr 1996) ist der erste Communicator wohl fast ausschließlich für Firmen zur Ausstattung von „Managern“ und Geschäftsleuten interessant. Jedoch ist das Nokia 9000 für die damalige Zeit eine Revolution: Erstmals gibt es eine Art Mini-Computer für unterwegs, der auch gleichzeitig und ohne weitere Kabelagen mit dem Internet verbunden werden kann. Man darf aber nun nicht denken, dass das Nokia 9000 das erste Internethandy ist: Die mitgelieferte Software umfaßt zwar einen Internet-Browser, der allerdings nur ein Subset von HTML unterstützt: Im Internet unterhält Nokia eine Liste von WWW-Sites und Providern, die speziell für das Nokia 9000 aufgearbeitet wurden. Überhaupt muß der Browser als Zugabe verstanden werden, da der Seitenaufbau recht langsam vor sich geht (max. 9,6 kbit/s, zum Vergleich: heute surfen wir unterwegs mit bis zu 7,2 Mbit/s, also der beinahe 1000fachen Geschwindigkeit).

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Heute nur noch selten zu finden: Nokia 9000il

Das Nokia 9000 als reines Single-Band-Gerät ist ursprünglich nur in einer GSM 900-Version [7] („D-Netz [8]“) verfügbar, wird später mit dem 9000e durch ein Modell für DCS 1800 ergänzt. 1997 ersetzt Nokia das 9000 durch das 9000i, was lediglich eine aktualisierte Softwareversion besitzt* und optisch durch seine modifizierte Antenne auffällt. Später lassen sich auch die 9000-Modelle mit der 9000i-Software nachrüsten. Speziell für den US-amerikanischen Markt und den dort verwendeten PCS 1900 Standard erscheint im Sommer 1998 unter dem Namen Nokia 9000il eine überarbeitete Version des 9000i. Diese unterscheidet sich von den restlichen drei 9000er Modellen durch ein modifiziertes Frontgehäuse und eine Displaybeleuchtung. Da der Nachfolger 9110 nur als GSM 900-Gerät gebaut wird, ist der 9000il in den USA bis zum Erscheinen des 9290 [9] der einzige und aktuelle Communicator.

Die maximale Datenrate der 9000er Modelle beträgt 9,6 kBit/s, die Datenübertragung funktioniert über das ISDN-ähnliche CSD [10]**. Eine weitere Besonderheit des 9000er-Communicator ist die variable Mehrgelenksantenne, die selbst unter schwersten Bedingungen noch für Empfang sorgt. Die Stand-By-Zeit beträgt maximal 24 Stunden. Das GSM-Bauteil baut technisch weitgehend auf dem Nokia 2110 auf – auch optisch ist hier eine gewisse Ähnlichkeit zu erkennen. Eine grundlegende Besonderheit dieses und der nachfolgenden Communicator-Modelle (bis einschließlich 9210i [11]) ist, dass Lautsprecher und Mikrofon auf der Rückseite, also der den Tasten und dem Display gegenüberliegenden Seite, untergebracht sind.

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Nokia 9000 und Nokia 2110

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*) man beachte, dass es damals nicht möglich war, mal eben daheim am Computer sein Handy zu aktualisieren. Die Firmware damaliger Geräte war ein einem speziellen (E)EPROM-Baustein ((electrically) erasable programmable read-only memory) gespeichert. Diese nichtflüchtigen, elektronischen Speicherbausteine konnte nur mit speziellen Geräten beschrieben („geflasht“) werden – der Baustein wurde komplett gelöscht und dann neu beschrieben, außerdem war die Zahl der möglichen Schreibvorgänge begrenzt. Als Nachfolger dieser PROM-Bausteine kam dann der Flash-Speicher auf.

**) Circuit Switched Data [13] ist ein Übertragungsverfahren beim Mobilfunk, bei dem eine Datenverbindung vom Mobilfunktelefon zu einer (beliebigen) Gegenstelle hergestellt wird. Diese Verbindung ist mit einem einfachen Telefongespräch vergleichbar. Im Unterschied dazu werden jedoch Daten mit einer Geschwindigkeit von 14,4 kbit/s (je Kanal) übertragen. Aufgrund einer Fehlersicherung der Übertragung bleiben für die Nutzdaten nur noch 9,6 kbit/s übrig. Dies entspricht einem Durchsatz von 1,2 kByte/s. Aktuelle Frequenzmodulationsverfahren können die 14,4 kbit/s komplett zur Datenübertragung nutzen. Jedoch geschieht dies auf Kosten der Fehlerkorrektur. CSD beherrscht jedes Handy, welches ein internes Modem besitzt. Eine Erweiterung von CSD mittels Bündelung mehrerer GSM-Datenkanäle stellt HSCSD (High Speed Circuit Switched Data [13]) dar. Technisch möglich ist die Bündelung von maximal 8 Kanälen, in der Realität werden aber meist nur 4 Kanäle gebündelt, was immerhin eine Übertragungsrate von 57,6 kbit/s entspricht (zum Vergleich: ISDN im Einkanalmodus bot 64 kbit/s an).

Die Abrechnung dieser Datendienste erfolgt nicht paketorientiert (wie die heute verwendeten Verfahren GPRS, EDGE, UMTS oder HSPA) sondern zeitorientiert: man bezahlt also (wie bei damaligen Festnetzdatenverbindungen) die Zeit, die man sich online befindet, unabhängig von der verbrauchten Datenmenge und ob man überhaupt Datenvolumen benötigt.

PCS = Personal Communication Service
DCS = Digital Communication Service

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Sechsmal Communicator in 15 Jahren

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Die zweite Generation: Nokia 9110

Auch wenn das Nokia 9000 überaus erfolgreich ist, hat es eine ganze Reihe an Schwächen. Daher bringt Nokia bereits 1998 den Nachfolger und somit die zweite Communicator-Generation auf den Markt, das 9110. (zur damaligen Zeit sind Produktzyklen von mehreren Jahren die Norm). Mit diesem Modell macht Nokia einen gewaltigen Entwicklungssprung: Dieser war auch sofort und auf den ersten Blick anhand von Größe und Form erkennbar.Aber auch zahlreiche Details werden verbessert. So wird bspw. das Problem gelöst, dass der Speicherplatz für Dokumente bis dahin relativ klein ist. Realisiert wird dies durch ein MMC-Kartenlaufwerk. Allmählich gibt es auch immer mehr Software von anderen Herstellern, die die Funktionalität des Communicators erweitert. Da sich 9110 und 9000 vom Betriebssystem her kaum unterschieden, laufen viele dieser neuen Programme auch auf den 9000er Modellen. Der 9110 ist nur halb so groß und halb so schwer wie der Ur-Communicator, die StandBy-Zeit steigt auf fast eine Woche an. Die GSM-Technik des 9110 stammt aus dem Nokia 6110, für die Datenübertragung wird weiterhin auf CSD gesetzt, die maximal mögliche Datenrate steigt auf 14,4 kBit/s.

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Nutzen beide das gleiche Betriebssystem: Nokia 9000 und 9110

Wie bereits erwähnt, gibt es vom 9110 lediglich eine GSM 900-Version, so dass das 9110 in Deutschland nur in den beiden D-Netzen betrieben werden kann. 1999 bringt Nokia eine überarbeitete Version namens 9110i auf den Markt, die optisch vom 9110 nicht zu unterscheiden ist. Modifiziert werden lediglich der Akku und der Lieferumfang: Beim 9110i legt Nokia bereits eine 8 MB (wohlgemerkt „Megabyte“) große MMC-Karte dem Telefon bei. Auf dieser Speicherkarte sind drei Zusatzprogramme enthalten, die im 9110 nicht installiert sind. Das sind der WAP-Browser, Fotomail und eine zusätzliche Suchroutine. Mitglieder im Club Nokia, die bereits eine Speicherkarte besitzen, können ihren Nokia 9110 kostenlos aufrüsten, in dem sie die Zusatzprogramme aus dem Club Nokia laden. Alle anderen Nutzer haben die Möglichkeit, diese Programme und die 8MB-Speicherkarte als Upgrade im Nokia Shop zu erwerben.

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Nokia 9110 und 9210i

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Erstmals mit Farbdisplay: Nokia 9210

Im Jahr 2001 setzt Nokia seine Communicator-Serie mit der Einführung des Nokia 9210 fort. Optisch auf den ersten Blick (abgesehen von der Gehäusefarbe) mit dem Vorgänger identisch, offenbaren sich die Neuerungen im Inneren in zweifacher Hinsicht: zum einen, was die inneren Werte angeht, zum anderen bringt ein Aufklappen des Gerätes ein echtes Novum auf dem Markt – Nokia stattet das 9210 mit einem TFT-Farbdisplay aus, was kein anderes Mobiltelefon dieser Zeit aufweist. Aber auch die technischen „Innereien“ werden komplett überarbeitet. Setzen die ersten beiden Communicator-Generationen noch einen x86-CPU ein, so steigt man beim 9210 auf eine 32-bit ARM9-basierte RISC-CPU um. Größte Neuerung ist aber das Betriebssystem. Hier wechselt Nokia vom GEOS zu Symbian OS, mit dem ab sofort alle Nokia-Smartphones ausgerüstet werden und Nokia federführend die Entwicklung dieses Systems übernimmt. Bei den Modellen 9210 bis 9500i kommt die Benutzeroberfläche Series 80 zum Einsatz, die E90-Serie verwendet die Benutzeroberfläche Series 60. Bedingt durch diesen Plattformwechsel reisst die Kompatiblität zu den Vorgängermodellen an, Applikationen des 9000/9110 laufen also nicht mehr auf dem 9210. Größe und Gewicht bleiben zum 9110 fast unverändert und es können nun MMC-Karten mit bis 1 GB verwendet werden.

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Unterscheiden sich optisch in erster Linie durch die Fronttastatur: Nokia 9210 und 9210i

Das 9210 ist der erste Dualband-Communicator, mit ihm können also sowohl GSM-900 also auch DCS-1800 SIM-Karten verwendet werden. 2002 erscheint dann zusätzlich eine Version für die vor allem in den USA eingesetzten PCS 1900-Netze mit der Bezeichnung Nokia 9290. Die 9210er Serie setzt weiterhin auf die zeitorientierte Datenübertragung, wenn auch bereits als HSCSD mit einer Datenrate von 43,2 kBit/s. Dennoch wird von vielen Nutzern das Fehlen der paketorientierten Datenübertragung GPRS als großer Mangel angesehen, der zum Markteintritt des 9210 bereits verbreitet ist. Der 9210 wird erstmals mit der Nokia PC Suite ausgeliefert, mit der das Handy am Windows-PC verwaltet werden kann.

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Weiterentwicklung eines Klassikers: Nokia 9210i

Bevor das 9210 Ende 2002 vom Markt verschwindet, stellt Nokia im Frühjahr 2002 eine stark verbesserte Version namens 9210i vor. Gleichzeitig kommt auch eine spezielle Version für den chinesischen Markt ins Programm (Nokia 9210c), die sich in erster Linie von einer chinesischen Symbian-Version vom 9210i unterscheidet. Hauptunterschied der neuen Geräte ist das vergrößerte Flash-ROM.

[aartikel]B0000665L1:right[/aartikel]Viele der mitgelieferten Anwendungen sind nun vorinstalliert und müssen nicht mehr wie beim 9210 von der Speicherkarte aus gestartet werden – wodurch das unverändert 8 MB große System-RAM stark entlastet wird. Dies bringt vor allem bei Verwendung von Java-Anwendungen oder dem Webbrowser spürbare Vorteile. Auch werden beim 9210i der proprietäre Browser durch die Symbian-Version von Opera ersetzt. Äußerlich unterscheidet sich das 9210i vom 9210 durch die silberne Farbe der Tastatur.  [weiter …] [21]

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Familientreffen: Nokia 9000, 9110, 9210 und 9210i

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Und nochmal: Nokia 9000, 9110, 9210 und 9210i

Nächste Seite: Weiter mit dem 9500 [21]

Seite 3: Bedienungsleitungen für Nokia Communicator [24]

Seite 1: Nokia 9000 bis 9210i [25]

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Alle auf einem Blick: Nokia 9000, 9110, 9210i, 9300, 9500 [27], E90 und E7

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Die vierte Generation: Nokia 9500. Als einziger Communicator kommt das 9500 mit einem Desktop-Charger im Lieferumfang daher.

Der Nachfolger des 9210i erscheint Anfang 2005 mit dem Nokia 9500 und wird er auf der 3G-Conference in Cannes vorgestellt. Der 9500 Communicator ist ein Triband-Gerät für GSM 900, DCS 1800 und PCS 1900. Zu den wesentlichen Neuerungen gegenüber dem Vorgängermodell gehören die Displays mit nunmehr 65.536 Farben, die integrierte VGA-Kamera, GPRS, EDGE, MMS und WLAN (was zu der damaligen Zeit bei Mobiltelefonen noch eine Seltenheit ist), sowie ein vergrößertes Speichermanagement (64 MB RAM, 80 MB Anwenderspeicher). Als Betriebssystem kommt Symbian OS 7.0 mit einer Series 80-v2-Oberfläche zum Einsatz. Das Gerät verfügt in allen Varianten über die Möglichkeit, die Oberschalen zu tauschen. Es können jetzt MMC-Karten bis 2 GB verwendet werden, außerdem verfügt das Gerät über Bluetooth.

Neben dem ordentlichen Speicherupgrade im Vergleich zum Vorgänger wird vor allem der Leistungsschub bei der eingesetzten CPU gelobt. Nokia verdreifacht die Taktfrequenz der verbauten ARMv4T-CPU, was zu einer spürbaren Performancesteigerung führt. Das 9500 ist der erste Communicator, der keine externe Antenne mehr besitzt, sondern seine Empfangseinheit im Inneren mit sich trägt. Dennoch verringert sich die Gerätegröße spürbar. Eine weiteres Novum zeigt sich bei der Bedienung. Hier verbaut Nokia nun einen „Pointing-Stick“, mit dem der Nutzer problemlos in den Anwendungen navigieren kann. Und wie es zu dieser Zeit typisch für Handys ist, bekommt auch das 9500 eine – mehr oder weniger – nutzbare Digitalkamera verbaut. Der eingesetzte CMOS-Chip kann Bilder mit 0,31 MP erstellen, also mit einer Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten.

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Nun mit zwei Farbdisplays: Nokia 9500

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Kein echter Communicator: Das Nokia 9300, der kleine Bruder des 9500

Im Sommer bringt Nokia eine kleinere Version des 9500 auf den Markt. Das Nokia 9300 unterscheidet sich auf den ersten Blick durch die fehlende Kamera vom großen Bruder. Außerdem hat Nokia auf die WLAN-Funktion verzichtet. Nach dem Aufklappen kommt das große Hauptdisplay mit 640×200 Pixel und ebenfalls 65.536 Farben, jedoch mit kleinerer Diagonale als beim 9500, zum Vorschein. Der interne Speicher ist wie beim 9500 80 MB groß. Dieser kann mit MMC-Karten auf 2 GByte erweitert werden, was auch mit dem letzten Firmware-Updates uneingeschränkt funktioniert.

[aartikel]B000620IV8:left[/aartikel]Das Triband-Gerät für GSM 900, DCS 1800 und PCS 1900 unterstützt GPRS der Klasse 10 und auch HSCSD. Das Betriebssystem ist wie beim Nokia 9500 Symbian OS 7.0s mit der Series 80-v2 Plattform. Das 9300 ist um 180 Grad (und damit vollständig) aufklappbar. Zusätzlich erscheint Anfang 2006 mit dem 9300b [31] eine spezielle Version für den nordamerikanischen Markt, was anstatt des GSM 900 das dort verwendete GSM 850 Netz unterstützt.

2006 erscheint der Nokia 9300i, der bei gleicher Größe wie der 9300 zusätzlich über WLAN nach IEEE 802.11g, die Texteingabehilfe Tegic T9, eine verbesserte Bluetooth-Implementierung (Bluetooth v1.2) und einen stärkeren Akku (aufgrund des hohen Stromverbrauch durch WLAN) verfügt. Er gilt somit als kleiner Bruder des 9500, der sich letztendlich nur noch durch die VGA-Kamera unterscheidet. Der 9300i ist das letzte erschienene Series 80 Gerät. Die 9300-Serie zählt nicht zu Communicator-Serie von Nokia.

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Nokia Eseries (E61, E65 und E90)

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Nokia E90

Ein Jahr später erscheint mit dem Nokia E90 die fünfte Communicator-Generation. Neben einem komplett überarbeitetem Gerät gliedert sich das neue Smartphone auch in die neue Nomenkatur bei Nokia ein und gehört nun zur Eseries [34] (E wie Enterprise, mit der Nokia nun seine Business-Geräte zusammenfasst). Das E90 wird auf der 3GSM 2007 am 12. Februar vorgestellt und ist seit dem dritten Quartal 2007 in den Farben Rot und Mocca erhältlich.

[aartikel]B000PH9NNS:left[/aartikel]Die größten Neuerungen sind das Betriebssystem Symbian OS 9.2 mit der S60-3rd-Edition-FP1-Oberfläche, eine 3,2-Megapixel-Hauptkamera mit Autofokus und eine QCIF-Kamera für Videotelefonie. Der Wechsel von S80 zu S60 (bzw. von Symbian OS 7 zu 9) ermöglicht die Implementierung von Quadband-GSM, UMTS, HSDPA und eines GPS-Empfängers. Interessant ist beim E90 die Möglichkeit, Anwendungen außen zu starten und nach dem Aufklappen innen nahtlos fortzusetzen. Dies wird dadurch erreicht, dass die vorherige S40-Frontsoftware ebenfalls durch S60 ersetzt wird.

Der integrierte Speicher ist 128 MB groß und kann mit einer Micro-SD-Karte um bis zu 16 GB erweitert werden, zum Lieferumfang gehörte eine 512 MB Karte. Das Gerät ist 210 Gramm schwer und hält im Standby 14 Tage durch, es verfügt über fünf Stunden Gesprächszeit im GSM-Modus. Erstmals ist im Communicator kein Fax-Modem mehr implementiert, dafür aber einen Vibrationsalarm. Auch ist ein Radioempfänger eingebaut, der die beiliegenden Kopfhörer als Antenne benötigt. Nokia nutzt zum ersten Mal bei einem Communicator-Gerät eine Mini-USB-Schnittstelle. Neben der bisher auch verwandten Software PC-Suite für Microsoft Betriebssysteme bietet Nokia nun auch ein kostenloses Apple-iSync-PlugIn an, das den Communicator auch mit dem Macintosh-Betriebssystem Mac OS X verwendbar macht.

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Tastatur der ersten und letzten Version des E90

Seit Produktionsstart des E90 hat Nokia mit diversen Qualitätsproblemen zu kämpfen. So sind häufiger Berichte über Knarzen an der Unterseite sowie defekte Mikrofone zu lesen, ebenso scheinen bei vielen Modellen die Tasten der Innentastatur gegen das Display zu drücken und dessen Beschichtung zu beschädigen. Ebenso wird vereinzelt über starkes Rauschen während Gesprächen auf der Telefonseite sowie ein Wippen aufgrund unterschiedlich hoher Gumminoppen an der Unterseite berichtet. Daher hat Nokia das Gerät seit Markteinführung mehrmals modifiziert:

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Erstmals wurde ein Communicator in mehreren Gerhäusefarben angeboten

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Nach der braunen („mokka“) und roten Version folgt 2008 noch eine schwarze Version des E90

Auf der 3GSM 2008 hat Nokia eine zusätzliche Farbvariante des E90 vorgestellt: diese schwarze Version (welche der vierten Version entspricht) ist seit August 2008 in Deutschland verfügbar. Mit der letzten vorgestellten Firmware-Version (400.34.93) vom Juni 2009 kommt auch die freie Nokia-Navigationssoftware Ovi Maps [38] auf das E90.

Lange Zeit ist unklar, ob Nokia die Communicator-Serie weiterführen wird oder nicht. Die Antwort kommt im Sommer 2010 mit der Ankündigung des Nokia E7, welches dann nach mehrfacher Verzögerung im Frühjahr 2011 erscheint.

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Der letzte seiner Art (?) – Nokia E7

Offiziell spricht Nokia nicht mehr vom Communicator, aber das E7 soll das Erbe dieser Serie [40] antreten. Anders als die vorherigen Modelle der Communicator-Serie besitzt das E7-00 (so der offizielle Name der ersten Serie) keinen Klappmechanismus mehr sondern eine Sliderfunktion. Damit kann Nokia zum einen Gewicht und Größe im Vergleich zum Vorgänger drastisch reduzieren, zum anderen kann somit auf die Außentastatur und ein zweites Display verzichtet werden.

Wie auf dem Markt inzwischen üblich, bekommt das Display die Funktion eines 4-Zoll-Touchscreens mit Active-matrix Organic LED (AMOLED) ClearBlack-Technologie, mit der bei Bedarf einfach eine Zahlentastatur (oder im Querformat sogar eine komplette QWERTZ-Tastatur eingeblendet werden kann. Die primäre Steuerung des Telefons erfolgt somit nicht mehr umständlich über Navigationstasten sondern intuitiv über das Touchscreen. Das E7 ist damit der erste Communicator mit einem berührungsempfindlichen Display. Nokia möchte gerne im Smartphone-Mart mitmischen und im Handy Vergleich [41] – wieder einmal – ganz oben stehen.

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In fünf Farben erhältlich: Nokia E7-00

Das E7-00 erscheint im Februar 2011 in insgesamt fünf Farben. Das eloxierte Aluminiumgehäuse ist in Dark grey, Silver white, Blue, Green und Orange verfügbar. Zur Ausstattung zählt eine 8-Megapixel-Kamera (ohne Autofokus), mit der auch HD-Videos erstellt werden können. Für die passende Ausgabe sorgt ein HDMI-Anschluss für die Wiedergabe von Videos und Fotos auf kompatiblen TV-Geräten. Als Betriebssystem setzt Nokia das Symbian^3 ein, damit ist das E7 nach dem Nokia N8 das zweite Gerät, das mit Symbian^3 betrieben wird. Neben 250 neuen Funktionen bietet es effektives Multitasking zwischen den einzelnen Anwendungen. Anders als N8 und auch E90 hat das E7 keinen Kartenslot, sondern besitzt einen festen Speicher mit 16 GB. Es gibt jedoch die Möglichkeit, über den mitgelieferten Adapter auf einen kompatiblen USB-Stick zugreifen zu können. Negativ im Vergleich zum E90 fällt der fehlende FM-Transmitter auf.

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Dank Touchscreen nur noch ein Display: Nokia E7

Wie inzwischen bei beinahe allen Smartphone-Herstellern ist auch bei Nokia klar erkennbar, welchem Vorbild man bei der Gestaltung der Geräte (egal ob Gehausedesign oder Softwarefunktionalitäten) folgt. Auch das E7 muss sich diesen Vorwurf (wie auch sein Bruder N8) gefallen lassen. Es ist doch schon sehr sehr auffällig, dass nahezu alle Smartphones, die nach 2007 auf den Markt kamen (allen voran HTC und Samsung, aber seit einiger Zeit eben auch Nokia), sowohl im Grunddesign als auch im Systemlayout (Homescreenlayout, Multitouchfunktionen) stark an ein gewisses Smartphone aus dem amerikanischen Cupertino ähneln – auch wenn diese Tatsache von Herstellern und „Analysten“ wehement abgestritten wird (2007 startete die Firma Apple mit einem Smartphone namens iPhone inclusive eigenem, völlig neuem Bedienkonzept und revolutionierte damit den Handymarkt.)

[aartikel]B004KPLWG2:right[/aartikel]Nach dem Eingeständnis durch Nokia im Frühjahr 2011 (also noch vor dem offiziellen Verkaufsstart des E7-00), den Smartphonemarkt in den letzten Jahren nicht nur komplett falsch eingeschätzt sondern die Entwicklung auch klar verschlafen zu haben, legen die Finnen als Konsequenz daraus die Entwicklung der Symbian-Plattform nieder und setzen vielmehr in Zukunft auf das Windows Mobile System von Microsoft. Damit ist das E7 praktisch als Totgeburt gebranntmarkt. Und auch der aktuelle Blick (vier Monate nach Verkaufsstart) auf die Verkaufszahlen, bekräftigt diese Aussage: Das E7 ist ein Ladenhüter. Auch wenn es hardwaretechnisch das Zeug zum großen E90-Nachfolger hätte, ist das Symbian^3-System ein einizes Flickenwerk. Viele Funktionen, die beispielsweise bei vorherigen Eseries-Modellen funktionierten, gibt es nicht mehr oder sind nicht mehr brauchbar (Stichwort Exchange-Dienst). Dazu kommt die Angst der potentiellen Käuferschaft, in einem Jahr ein Gerät zu haben, was durch den Hersteller systemtechnisch nicht mehr mit Updates versorgt wird. Erschreckend ist hier auch die Entwicklung des Straßenpreis des E7-00. Ursprünglich mit knapp 650 EUR gestartet, sank der Preis rasch auf unter 500 EUR. Inzwischen ist das Gerät bei amazon.de [44] für unter 400 EUR zu haben – auch das zeigt, wie schnell Hersteller und Händler eingesehen haben, dass dieses Gerät nicht das Zeug zum Bestseller hat. Und dabei hätte die Hardware das Zeug zum Bestseller …

Es bleibt abzuwarten, wie es Nokia schaffen will, sich aus der Grube, in die man sich selber mit einer jahrelang falschen Produktstrategie (und dem bewussten Ignorieren der Marktsituation) hineinmanövriert hat und nun, zusammen mit einem Unternehmen, was mit einer ähnlichen Arroganz sich ebenso mit dem Rücken zur Smartphone-Wand gestellt hat, wieder zurückkommen will.

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6 + 1 – Nokia 9000, 9110, 9210i, 9500 E90 und E7 plus der keine Bruder 9300

Doch nochmals zurück zu der Erfolgsgeschichte des Communicators: Neben seinen Erfolgen im realen Leben war das „klapp-rige“ Smartphone auch in vielen Blockbustern ein kleiner Star. Val Kilmer nutzt ein Nokia 9000 in seiner Rolle als Simon Templar im Remake von „The Saint“ aus dem Jahre 1997. Im dritten Teil der Terminator-Reihe („Rise of the Machines“) verwendet Arnies Gegenspielerin Terminatrix (T-X), gespielt von Kristanna Loken, in ihrem gestohlenden Lexus ein 9210, um sich über eine Remoteverbindung mit dem lokalen Telefonsystemserver zu verbinden. Einen weiteren Auftritt hat das 9210 in den Händen von Chris Rock 2002 in „Bad Company“. Und auch das 9300 wurde im Kino berühmt: In „Live Free or Die Hard“ (Stirb langsam 4.0) nutzt der Hacker Matthew Farrell alias Justin Long das 9300 für seine diversen „Recherchen“ während des Fire-Sale genannten Cyberangriffs.

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Technische Daten der Communicator-Serie

WAP-Parameter für die GSM-Einstellungen: Nokia-WAP [47]

 

Nächste Seite: Bedienungsleitungen für Nokia Communicator [24]

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Einst und jetzt: Nokia 9000 (1996) und Nokia E7 (2011)

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15 Jahre Handygeschichte

Seite 2: Nokia 9500 bis E7 [21]

Seite 1: Nokia 9000 bis 9210i [25]

Nachfolgend eine Zusammenstellung von Bedienungsanleitungen der Nokia-Communicator-Serie:

– Nokia 9000i (UG_de) [50]

– Nokia 9000i (US_en) [51]

– Nokia 9000il (US_en) [52]

– Nokia 9110 (UG_de) [53]

– Nokia 9110i (UG_de) [54]

–  Nokia 9210 (UG_de) [55]

– Nokia 9210i (UG_de) [56]

– Nokia 9290 (US_en) [57]

– Nokia 9300 (UG_de) [58]

– Nokia 9300i (UG_de) [59]

– Nokia 9500 (UG_de) [60]

– Nokia E90-1 (UG_de) [61]

– Nokia E7-00 (UG_de) [62]

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