Mrz31
2014
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Die mobile Kommunikation gibt es nicht erst seit dem Einsatz von Handys und Smartphones, die Entwicklungsgeschichte reicht bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück. Bereits vor dem Start des sogenannten A-Netzes, dem ersten Mobilfunknetz, Ende der 1950er Jahre wurde in Deutschland mobil telefoniert.

Schon 1918, rund fünf Jahre nach der Erfindung des Meißnerischen Röhrensenders, startete die Deutsche Reichsbahn erste Tests im Bereich der mobilen Telefonie und führte im Raum Berlin Versuche mit Funktelefonen durch. 1926 wurde ein Telefondienst eingerichtet, mit denen Fahrgäste der ersten Klasse in Zügen der Deutschen Reichsbahn und der Reichspost auf der Strecke Berlin-Hamburg erstmals die Möglichkeit hatten, aus dem fahrenden Zug heraus mittels einer handvermittelten öffentlichen Sprechzelle mobil zu telefonieren. Der erste wirkliche Mobilfunkdienst in Deutschland war aber der Seefunkdienst. Bis in die 1950er Jahre wurden zudem verschiedene Funknetzsysteme, wie Hafen-, Zug- und Stadtfunknetze, eingerichtet, die meist auf Langwellen- und später Mittelwellenfunk basierten und alle nicht für zivile Zwecke vorgesehen waren. 1958 wurden alle diese Sender zum zusammengefasst, wodurch mit einem Schlag das größte öffentliche Mobilfunknetz der Welt entstand.

Aber der Traum von der mobilen Kommunikation geht noch viel weiter zurück. Brieftauben, Postkutschen und Signalübertragungen dienten den Menschen für die Übertragung von Informationen über weite Strecken. Der große Durchbruch gelang im 19. Jahrhundert mit der Erfindung des Morsetelegraphen und wenig später der Erfindung des ersten Telefons, die auf mehrere Personen zurückgeht. Wer hierbei als der wahre Erfinder gilt, ist immer noch umstritten. Von allen Erfindern hatte jedoch nur Alexander Graham Bell die organisatorischen Fähigkeiten, das Telefon über die Labor-Versuchsapparatur hinaus als Gesamtsystem zur Marktreife zu bringen. So brachte Bell 1876 in Boston das Telefon erstmals zur praktischen Anwendung.

Gut 100 Jahre später präsentiert 1983 Motorola mit dem „Dynatac 8000x“ das weltweit erste kommerzielle Mobiltelefon. Durch die Einführung flächendeckender digitaler Mobilfunknetze (D-Netz Ende 1980er/Anfang 1990er Jahre) konnte die benötigte Batterieleistung der Mobiltelefone und damit auch deren Größe erneut vermindert werden. 1992 wurde in den USA das erste GSM-fähige Mobilgerät von Motorola, das International 3200, vorgestellt. Im Sommer 1992 nahmen in Deutschland die Netze D1 (DeTeMobil – Deutsche Mobilfunk) und D2 (Mannesmann Mobilfunk) den Betrieb auf. Das erste digitale E-Netz in Deutschland wurde 1993 von E-Plus eingeführt, ein zweites E-Netz startet 1998 (VIAG Interkom).

Entwicklung der Kommunikation - AY YILDIZIn Folge des einsetzenden Mobilfunk-Booms ab 1996 sanken die Grundgebühren, Handy-Anschaffungskosten und Tarife auf ein bezahlbares Niveau – Mobiltelefone wurden für jedermann erschwinglich. Auch wenn es bis heute bei diesen vier Mobilnetzen in Deutschland geblieben ist, starten immer mehr Prepaid- und Vertragsanbieter, die ihre Leistungen auf den vorhandenen Netzen aufbauen. Für alle vier Netze gibt es die sogenannten Prepaid-Discounter, z.B. Congstar (D1), (D2), simyo (E-Plus) oder Fonic (o2). Diese Prepaid-Anbieter haben gegenüber Mobilfunkverträgen den Vorteil, dass man unabhängig von Laufzeit und monatlicher Grundgebühr einen passenden Tarif finden kann und diesen problemlos jeden Monat durch „Tarifbausteine“ individuell und bedarfsgerecht gestalten kann.

Inzwischen gründen die vier deutschen Mobilfunkanbieter auch immer mehr Tochtergestellschaften, um so auch kleinere Kundensparten optimal ansprechen zu können. So startet 2005 mit Ay Yildiz (dt. Mondstern) Deutschlands erste Mobilfunkmarke für türkischstämmige Kunden. Das als GmbH eingetragene Unternehmen gehört zu 100% der Muttergesellschaft E-Plus Mobilfunk GmbH & Co KG und ist ein Teil der Markengruppe des Düsseldorfer Mobilfunkanbieters. AY YILDIZ bietet sowohl Prepaid-, als auch Postpaid-Tarife an. Jüngstes Produkt ist der aystar Prepaid-Tarif, auf Wunsch mit Flatrate-Option für das deutsche Festnetz und zu AY YILDIZ Prepaid-Kunden.

Der große Durchbruch stellt (Universal Mobile Telecommunications System) dar. Während das GSM-Netz ohne technische Erweiterungen eine Übertragungsrate von bestenfalls 14,4 kbit/s erreicht, ist im -Netz eine Datenübertragungsrate von bis zu 2 Mbit/s möglich. Diese hohe Übertragungsrate reicht aus, um beispielsweise komplette Videoclips auf einem -Handy abspielen zu können. Der 3G-Standard zeichnet sich durch deutlich erhöhte Datenraten aus und erlaubt die Nutzung von Mobilfunkgeräten als Multifunktionsgeräte (Smartphone) mit Zusatzfunktionen wie Internet, Kamera, MP3-Player, Navigationsgerät oder Spielkonsole. Der vorherige Trend, die Geräte immer mehr zu verkleinern, wurde durch größere Geräte mit großen Touchscreen-Bildschirmen teilweise umgekehrt. Das Handy wurde zum Allroundgerät für unterwegs.

Und die Entwicklung geht weiter. Ist  komplett ausgebaut, beträgt die Datenrate ein Gigabit pro Sekunde. Doch bereits 2020 soll die 5. Generation am Start sein, die Übertragungsraten bis 50 Gbit/s ermöglichen soll. Notwendig ist ein Ausbau des Mobilfunks, da künftig deutlich mehr Daten über das Netz versendet werden als derzeit. Bis 2020 sind nach diversen Schätzungen 50 bis 100 Milliarden Geräte vernetzt.

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Montag, den 31. März 2014 um 15:15 Uhr | 8.196 Besuche
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