Mrz19
2010
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Interessanter Vertreter aus Nokias Eseries: Nokia E72

Interessanter Vertreter aus Nokias Eseries: E72

Inzwischen gehört es bei mir schon fast zur Tradition, dass ich mir einmal im Jahr ein neues Handy zulege. Dieses nutze ich quasi neben meinen privatgenutzen als Zweithandy für meine Geschäfts- und Clubverbindungen. Von diesem Gerät erwarte ich eine ganze Reihe von Spezifikationen, die das Telefon erfüllen muss – was die Auswahl an in Frage kommenden Geräten stark einschränkt.

Neben grundlegenden PDA-Funktionen, also einem vernünftigen und brauchbaren Adressbuch, einem übersichtlichen Kalender und E-Mail-Support, benötige zwei Dinge. Zum einen muss das Telefon als UMTS-Modem via verwendbar sein, zum anderen benötige ich eine Möglichkeit, Adressbuch und Kalender mit meinen anderen Geräten zu synchronisieren. Hier wäre natürlich mein Wunsch, ein Gerät zu finden, welches sich mit MobileMe verträgt. Aber darauf muss ich wohl noch etwas warten. Daher gebe ich mich auch mit der Möglichkeit zufrieden, meine Daten über Apples synchroniseren zu können.

Nachdem ich in den letzten Jahren Samsunggeräte verwendet habe und mir die Samsung Handys immer ohne Vertrag gekauft habe, muss ich leider feststellen, dass auch Samsung den Zug der Business-Geräte verpasst hat. Gleiches gilt schon seit einigen Jahren für Sony-Ericsson: Auch hier setzt man inzwischen nur noch auf Billighandys oder MP3-Player mit Telefonfunktion. Ein ausgereiftes Business-Telefon sucht man im Produktsortiment vergebens. Der Versuch, mit der XPERIA-Reihe erfolgreich am PDA-Bereich mitverdienen zu können, scheiterte – nicht zuletzt, wegen des Einsatz von als Betriebssystem. Das gleiche gilt auch für Samsungs OMNIA-Reihe. Warum Samsung beim OMNIA II auf Windows umgeschwenkt ist, werde ich wohl nie verstehen. ist für mich – nach meiner leidvollen Erfahrung im letzten Jahr – keine Alterntive.

Bleibt eigentlich nur noch eine Marke – Nokia. Bei den Finnen findet man neben verspielten und miserabel verarbeiteten („außen hui innen pfui“) Mittelklassetelefonen auch die Eseries. Hier bietet Nokia eine Handvoll Smartphones an, die tatsächlich hochwertig und funktionell sind. Meine Entscheidung fiel auf der Nokia E72. Dieses Gerät ist der Nachfolger des E71 und seit Herbst letzten Jahres auf dem Markt. Als Betriebssoftware setzt Nokia auf die eigene Symbianversion S60, mittlerweile in der 3rd edtion.

Nokia bietet das E72 in drei Gehäusefarben an

Nokia bietet das E72 in drei Gehäusefarben an: zodium black, metal grey & topaz brown

Mit dem Nokia E71 teilt es den großen Akku mit 1500 mA, die vollständige Tastatur und das Display mit 320×240 Pixeln. Die Datenübertragungsrate bei wurde auf 10,2 Mbit/s beschleunigt und um die HSUPA-Funktion mit bis zu 2 Mbit/s erweitert. Der interne Speicher ist nun 250 MB groß und kann, wie beim E71, mit microSD-Karten um bis zu 16 GB erweitert werden. Die Auflösung der Kamera wurde auf 5,0 Mpix erhöht und der Klinkenstecker wurde von 2,5 mm auf 3,5 mm vergrößert. Wie alle neuen Nokia-Modelle lässt sich das E72 nun auch über eine micro-USB-2.0-Schnittstelle laden und unkompliziert als externer Datenspeicher verwenden. Leicht verbessert wurden auch die Sprechzeiten, die nun laut Nokia 12,5 Stunden im GSM-Netz, bei UMTS etwa 6 Stunden und bei Voice-over-IP knapp 14 Stunden betragen sollen.

Das Design erinnert ein wenig an die Geräte von Blackberry: Oben ein querformatiges Display ohne Touchfunktionen und darunter eine vollwertige QWERTZ-Tastatur mit integrierten Nummernblock. Die Steuerung übernimmt ein Navigationspad über der Tastatur und acht Hardwaretasten: zwei für die Telefonbedienung, vier für die Grundfunktionen Nachrichten, Hauptmenü, Kalender und Adressbuch und zwei Softkeys, welche man im Standbymodus mit eigenen Funktionen belegen kann. In den Anwendungen sind diese mit „Optionen“ und „zurück“ belegt. Zusätzlich kann man die drei Tasten „Nachrichten, Kontakte und Kalender“ mit Doppelfunktionen belegen, beispielsweise die Funktion „Neue SMS“ bei langem Drücken der Nachrichten-Taste. Genial ist die Mitteltaste des Navikreuzes: Diese kann man als Zweiwege-Jogdial nutzen, mit Vibration als Feedback vom Gerät.

[aartikel]B002CJN31K:right[/aartikel]Tradionell – quasi als Kunde der ersten Stunde – bei amazon bestellt und – traditionell – am nächsten Tag geliefert: Mein E72 in zodium black. Nach der ersten Testrunde ging es an das Synchronisieren meiner Daten. Inzwischen habe verwalte ich meine Termine und Konakte zentral mit Apples Dienst MobileMe, um so auf meinen beiden Macs, meinen und meinen iPhone einen zentralen Datenbestand zu haben. Nokias Eseries wird zwar von Hause aus nicht von Apples iSync unterstützt, jedoch bietet Nokia selber das entsprechende Plugin an. Dieses schnell installiert, konfiguriert und schon waren meine Daten auf dem E72 – sogar meine Kontaktbilder wurden mit übernommen. Die UMTS-Modemfunktion brauche ich für den Mac nicht (zumindest momentan …), da sich ja mit der iPhone-OS-Version 3.1.3 entschieden hat, freien iPhones das Tethering wieder zu gestatten. Somit nutze ich für mein MacbookPro unterwegs mein 3GS und das besser ausgebaute -Netz für den Datenverkehr.

Natürlich kann ich das iPhone auf für mein Windows-7-Netbook als Datenmodem nutzen – aber das wäre ja langweilig :-) Also soll hier das Nokia als Relay-Station dienen. Zwar bietet E-Plus immer noch das schlechteste Angebot in Sachen UMTS im Vergleich zu seinen drei Mitbewerbern, aber inzwischen haben wir in immerhin schon HSDPA mit 3,6 MBit/s. Grund genug, diese neue Freiheit auch zu nutzen, schließlich zahle ich dafür im Monat auch 10 EUR.

Aber so schnell lässt mich Windows nun doch nicht ins Netz. Mit meinem Samsung S8300 war die Modemnutzung via Bluetooth ohne Fremdsoftware möglich – einmal das Handy mit dem Netbook koppeln, DFÜ-Dienst aktivieren und die „BluetoothConnection“ erscheint im Verbindungsmanager – muss bei Nokias Geräten etwas nachgeholfen werden. Erst nach der Installation der „PC Suite“ war ein Verbindungsaufbau möglich. Ich rate eh jedem, die „alte“ Nokia PC Suite für die Handyverwaltung an der Windose zu verwenden, auch wenn Nokia die neue OVI-Suite vorschlägt und unverdrossen versucht zu installieren. Diese ist aber verdammt träge und anfällig. Insgesamt ist der OVI-Store eine riesige Enttäuschung, aber dazu komme ich noch …

Nach dem Einrichten von Adressbuch, Kalender und Modemfunktion war die Grundkonfiguration eigentlich abgeschlossen. Meine favorisierten Klingeltöne habe ich per Micro-SD-Card von meinem alten Samsung übertragen. Nun fehlte mir noch ein E-Mail-Dienst auf dem Nokia, um auch mal Bilder oder andere Dinge verschicken zu können und nicht auf die Abzocke MMS zurück greifen zu müssen.

Hierzu bietet Nokia auf seiner Eseries ein Plugin „Mail for Exchange“ an, mit dem man ruckzuck sein Exchange-Postfach einrichten kann. Man darf hier allerdings kein „Outlook light“ erwarten – auch das Exchange-Plugin auf dem iPhone ist um Längen besser und umfangreicher – aber zumindest kann man sein Exchange-Postfach synchronisieren, seine Post lesen und Mails versenden.

Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, das ist leider bei Nokia nicht immer so

Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, das ist leider bei Nokia nicht immer so

Optisch und verarbeitungstechnisch gibt es am E72 nichts auszusetzen. Die Tastatur ist sehr gut, die konvexgeformten Tasten haben einen guten Druckpunkt. Nach einiger Gewöhnungszeit kann man mit dieer Tastatur gut und schnell arbeiten. Auch die automatische Wortvervollständigung ist ein sinnvolles Feature. Die Gehäuseform liegt gut in der Hand, das Gerät ist sehr leicht und auch nicht zu dick. Die Kameras steht zwar etwas aus dem Gehäuserücken raus, das stört aber nicht. Insgesamt macht die 5MP-Kamera ansehnliche Bilder und besitzt einige sinnvolle Zusatzfunktionen. Ein nettes Gimick ist die Taschenlampenfunktion, die man durch ein langes Drücken der Leertaste aktivieren kann.

Praktisch ist auch, dass man den Startbildschirm individuell gestalten kann: Oben hat man eine Schnellstartleiste, in der man sechs Programme oder Funktionen als Icon setzen kann. Darunter kann man nun in einer Art Listenform diverse Infos anzeigen lassen: etwa den Status des E-Mail-Postfachs, Termine, Wetter oder WLAN-Verfügbarkeit. Darüber kann man sich ein privates und ein Firmenprofil anlegen, die dann auch eine eigene Gestaltung des Startbildschirmes zulassen.

Eine absolute Enttäuschung ist Nokias OVI- und Music-Store. Klar bin ich durch Apples itunes– und App-Store verwöhnt und geprägt. Aber zwischen diesen beiden Anbietern liegen mehr als Welten. So einfach, wie man auf dem IPhone Musik und Apps erwerben kann, so kompliziert ist es auf dem Nokia. Die PC-Version OVI-Suite ist eine Zumutung, eine absolute Ressourcenschlampe. Auf meinem Netbook lässt sich diese OVI-Suite nicht starten, nach etwa fünf Minuten sieht man zum ersten Mal die GUI. Der Einkauf auf dem Nokia-Handy ist zwar möglich, aber keinesfalls komfortabler. Im OVI-Store – da, wo man Apps kaufen kann – gibt es einige Erweiterungen, die meisten sind aber absolut unnütz. Und nur eine Facebook-App macht noch kein App-Store aus. Und auch der Music-Store lässt zu wünschen übrig. Der Download ganzer Alben ist eine reine Qual: Man kann Titel nur einzeln runterladen – und wo sie danach landen, ist auch ungewiss. Ich habe mir zum Spass mal den Soundtrack von Zweiohrküken geladen (44 Titel) – glücklicherweise bekommt man von Nokia einen 25-EUR-Gutschein für den Music-Store, denn die 10 EUR hätte ich auch zum Fenster rauswerfen können. Nach dem umständlichen Anklicken aller 44 Titel wurden diese auch irgendwann, irgendwie, irgendwo geladen – aber wo genau ??? Ich sehe die fertigen Downloads zwar im Download-Manager im MusicStore, suche sie aber vergeblich auf meinem Handy. Weder im Musicplayer, noch in irgendeinem Ordner auf dem Handy oder der Speicherkarte sind diese zu finden. Danke, Nokia – aber da solltet ihr nochmals genauer bei Apple abschauen – ähh euch inspirieren lassen …

Wie schon angesprochen, verwende ich zum Synchronisieren meiner Adress- und Kalenderdaten Apples iSync. Um dieses täglichen Sync automatisiert ablaufen zu lassen, bedarf es einiger Hilfsmittel. Wie man einen solchen automatischen Sync ertellt, wird hier von mir beschrieben.

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Freitag, den 19. März 2010 um 12:15 Uhr | 56.701 Besuche
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7 Kommentare zum Beitrag “Schickes und nützliches Businessphone – Nokia E72”

  1. 1
    Paul schreibt:

    Also zum e72 kann man nur sagen: Sieht aus wie ein Blackberry und wäre sicher gerne eines, doch dieses Ziel wird, wie bei Nokia typisch, mal wieder nicht erreicht. Veraltete Hard- und Software werden Nokia noch in den Ruin stürzen.

  2. 2
    Oliver schreibt:

    Naja, ich weiss ja nicht, was für Dich „aktuelle“ Hardware ist – LTE ??? Das einzige, was fehlt, ist ein Touchdisplay – aber darauf kann man getrost verzichten, da man ja eine vollwertige Tastatur hat. Nerviges auf der Softwareseite ist der völlig unnütze Internetbrowser. Aber ansonsten kann ich Deine Kritik nicht ganz nachvollziehen. Und hardwaretechnisch unterscheidet sich da E72 eigentlich nicht von Blackberry. Blackberry hat für mich die Zeit nicht ganz erkannt. Man setzt eh nur auf „Businesskunden“ (für Privatkunden sind Blackberrys absolut uninteressant und viel zu teuer). Und aktuelle Statistiken zeigen, dass Blackberry auch diese Geschäftskunden weglaufen …

  3. 4
    Sebastian schreibt:

    Ähm, mal eine Frage: Auf den Download-Seiten der Ovi-Suite wird in der Kompatibilitätsliste das E72 nicht angezeigt, also sozusagen ist es „nicht kompatibel“!? Funktioniert es trotzdem mit der Ovi-Suite? Ich war irgendwo erstaunt, weil ich dachte, dass die ganze E-Serie als Business-Variante zumindest von der Suite unterstützt werden sollte!

  4. 5
    Oliver schreibt:

    Hi Sebastian, hat mich auch gewundert, aber sie funktioniert auch problemlos mit dem E72.

  5. 6
    ted schreibt:

    Kann mich Oliver nur anschliesen funktioniert doch prächtig bei dem E72


    Trackbacks / Pings

  1. 8
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  2. 12
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