Apr13
2010
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Schon eine ganze Weile suchte ich nach einer bequemen Möglichkeit, im Wohnzimmer auf dem Flat-TV Fotos anzuschauen oder Filme und Serien zu sehen, die ich auf meinem Computer gespeichert habe. Anfänglich habe ich abends immer mein MacbookPro an TV und Verstärker angeschlossen. Aber neben dem unbequemen Nachteilen gab es noch das zusätzliche Problem, dass ich abends nicht parallel am Computer noch arbeiten konnte – also entweder eine Folge der Lieblingsserie oder am Mac arbeiten. Ich wollte aber beides tun, also musste eine Alternative hat: Mein Wohnzimmer brauchte ein .

Leichter gesagt als gefunden. Um das Wohnzimmer auch als solches erkennbar zu lassen, sollte der Mini-Rechner natürlich optisch was hergeben und keine billige Plastikkiste mit blinkender Lichterkette sein. Auch das System sollte stabil und unscheinbar seinen Dienst tun und nicht alle paar Tage neu gestartet werden müssen. Und leise sollte er sein, ich hatte keine Lust auf einen PC, der alle Paar Sekunden seinen Lüfter anwirft. Naja, da blieb eigentlich nur eine Altnernative, der Mac-Mini von Apple. Dieser Winzling sieht gut aus – wirkt von außen nicht als Computer – darüber hinaus ist er extrem leise und stromsparend und als Betriebssystem ist in meinem Haus schon bekannt und beliebt.

Hübsches Trio: Keyboard, Mouse & Remote

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[aartikel]B003SBJUC2:right[/aartikel]Gar nicht lange gefackelt – bei Amazon wurde die kleinste Ausführung ( , 2.26 GHZ, 2GB, 160 GB) bestellt. Tastatur und Maus hatte ich mir bereits vorab besorgt. Nun stand der kleine silberne Kasten in meinem Wohnzimmer und wollte angeschlossen werden. Nur ohne Kabel-Tastatur einen Rechner erstmalig Booten, bei Windows undenkbar … Aber Apple denkt da mit. Den Mini-Mac eingeschaltet, und System gestartet. Nach einigen Sekunden kam eine Meldung, dass das System keine Maus und Tastatur erkannt hat und nun via Bluetooth danach suchen würde. Klasse, so einfach kann das also sein. Maus und Tastatur aktiviert und schon wurden diese gefunden. Der Rest der System-Initialisierung ging flott von der Hand – apple-like eben. Der Mac-Mini besitzt sowohl einen Mini-DVI- als auch einen Mini-Dispayport und Apple liefert beim Mac-Mini den Adapter für Mini-DVI auf DVI gleich mit. Somit konnte ich den Mini-Mac problemlos digital an meinen Fernseher anschließen. Für die Audioausgabe verwende ich ein optisches Toslinkkabel, was den optischen Digitalausgang mit meinem Verstärker verbindet.

Optisch und technisch wie für einander geschaffen: Mac mini und My Book Studio

Optisch und technisch wie für einander geschaffen: Mac mini und My Book Studio

Ich hatte mich bewusst für die kleinste Mac mini Ausführung entschieden, da für den Einsatz als Mediacenter keine großen Systemressourcen notwendig sind. Auch die intern-verbaute Festplatte sollte reichen – diese wird eh später einmal durch eine größere ersetzt – und da ich zusätzlich meine 1TB-große Western Digital MyBook Studio-Edition verwende, um dort Serien und Videos zu speichern. Zumal ist man somit sehr portabel. Die Studio-Edition ist für den Einsatz am Mac wie geschaffen. Die Anbindung erfolgt über die Firewie800-Schnittstelle und die hohe Übertragungsrate wird auch voll ausgereizt – nicht zuletzt durch einen speziellen „Turbo“-Treiber, den WD für seine MyBook und MyPassport-Platten für den Einsatz unter Mac OS X anbietet. Darüber hinaus bieten die extenen WD-Platten ein eigenes Power-Management, welches die Platte nach 10 Minuten Inaktivität abschaltet.

Für die Sicherheit im Fall der Fälle soll meine Time-Capsule sorgen,die nach dem Festplatten-Upgrade im letzten Jahr noch etwas Platz übrig haben sollte. Gesichert wird eh nur die interne Systemplatte, die Inhalte auf der externen Platte habe ich vom Backup ausgeschlossen. Damit das Time-Machine-Backup auf dem Mini nicht jede Stunde losläuft, habe ich mir das Programm TimeMachineScheduler geladen, mit dem man das Backupintervall verändern kann oder sogar bestimmte Zeiten ausschließen kann. Nach der Installation von einigen Video-Codecs (DixX, Perian und Flip4Mac) der Einrichtung von Growl und der Installation von VLC war die grobe Einrichtung des neuen MediaCenters abgeschlossen. Lesezeichen und sonstige wichtigen Daten werden über meine iDisk geladen.

Was viele nicht wissen, Mac OS X bringt (s)ein komplettes MediaCenter-Softwarepakete gleich mit: . Zusammen mit der AppleRemote (Maus geht natürlich auch) kann man hier bequem auf sämtliche Multimedia-Inhalte des Macs zugreifen, allen voran iTunes und iPhoto. Man kann so nicht nur auf seine komplette Musiksammlung zugreifen sondern sich gemütlich im Wohnzimmer seine Urlaubsbilder vom letzten Jahr auf dem Flatscreen anschauen. Aber iPhoto kann noch mehr. Einfach und schnell wählt man aus seiner „Fotothek“ seine Bilder aus, um daraus ein Poster drucken oder sein persönliches Fotobuch erstellen zu lassen. Aber dazu müssen natürlich ersteinmal die Musik- und Fotodaten auf den Mini. Meine Planung sah von Anfang an vor, dass ich „neue“ Daten (also neue Musik, iTunes-Einkäufe und neue Fotos von der Digicam) eh nur auf mein MacbookPro einspiele, um dort einen uniquen Datenpool zu halten. Der Mac Mini soll also nur als Zweitrechner dienen, der die Daten vom MBP per Synchronisation erhält. Für diese einseitige Synchronisation eignet sich des Shell-Programm rsync hervorragend. Wie genau ich diese automatische Synchronisation durchführe, habe ich hier beschrieben.

Nun zurück zum Mac mini. Sind also alle gewünschten Multimedia-Inhalte erstmal auf dem Mac mini, lassen sich diese mit Frontrow bequem und einfach anzeigen und aufrufen. Darüber hinaus empfehle ich das Programm RemoteBuddy von IOSPIRIT, mit dem man die AppleRemote auch für alle anderen Mac-Programme nutzen kann und darüber hinaus die Tastenfunktionen selber belegen und sogar Doppelfunktionen (Taste lange drücken) erstellen kann. Und als absoluten Höhepunkt bietet RemoteBuddy allen iPhone-Besitzern die Möglichkeit, seinen Mac über das iPhone komplett fernsteuern, entweder mit dem iPhone als Fernbedienung oder als Mini-Remotedesktop. Uun wenn wir gerade beim iPhone sind, sollte auch Apples Remote-App erwähnt werden. Hiermit kann man zum einen seine eigene iTunes-Mediathek einfach vom iPhone bedienen , zum anderen bietet es die Möglichkeit, allen seiner Gäste mit einem iPhone bzw. iPod touch die Möglichkeit, die musikalische Begleitung des Abends mitzugestalten – etwa durch Wünschen eines nächsten Titels für den iTunesDJ. Den Pool für dieses Wunschkonzert legt der Eigentümer der Mediathek vorab fest. Hinweise zu diesen Funktionen hat Apple hier zusammengetragen.

[aartikel]B001EDF58O:left[/aartikel]Und bei iPhone gibt es noch eine spannende Funktion: TV auf dem Handy. Elgato bietet mit seinem Programm EyeTV die Möglichkeit, das empfangende TV-Signal vom heimischen Mac auf das iPhone zu streamen. Es gibt dazu eine App von Elgato, die den Empfang von solchen Streams von überall unterwegs erlaubg (seit Version 1.0.2 auch – wieder – über UMTS). Alternativ bietet Elgato auch eine im Funktionsumfang abgespeckte Version (u.a. kein EPG, keine Aufnahmeprogrammierung) namens Life3G (https://live3g..com) an, die direkt über den Browser funktioniert und kostenlos ist. Außerdem kann man über diese Internetanbindung über jeden Mac mit Safari nutzen.

Da mich diese TV-Übertragung von Beginn an interessiert hat und mein Mac mini eh immer an und online sein wird, habe ich mir dazu noch ein USB-TV-Stick geholt. Hier bietet sich der EyeTV DTT von Elgato an. Alternativ gibt es den EyeTV Hybrid, der neben einem Hybridtuner auch noch eine Fernbedienung bietet und die entsprechenden Voraussetzungen, den TV-Stick auch unter Windows einzusetzen. Die EyeTV-Software wird bei beiden Sticks gleich mitgeliefert. Man muss sich nach Installation und Starten des Programms (EyeTV muss natürlich immer aktiv sein) nur noch bei Elgatos Dienst „My EyeTV“ seinen „TV-Mac“ registrieren. Durch diesen Dienst ist es dann später möglich, auf seinen heimischen Mac aus der Ferne zuzugreifen, ähnlich Apples „Back To My Mac„.

Wie oben beschrieben, lasse ich mir den Sound über den optischen Ausgang auf den Verstärker ausgeben. Wer die Soundausgabe zusätzlich auch am Fernseher haben möchte, der muss noch etwas basteln. Ich habe mir das so vorgestellt, dass ich zum einen den Stereoton über das HDMI-Kabel zum Fernseher lenke und zum zweiten meinen Verstärker mit der vollen soundtechnischen Breitseite bediene. So kann ich beim normalen Arbeiten den normalen Ton am Fernseher hören, wenn ich dann aber Filme o.ä. schaue oder Musik höre, dann gibts den vollen Digitalsound über den Verstärker. Diese doppelte Lösung mag dem einen oder anderen unsinnig vorkommen, für den „normalen“ Betrieb möchte ich nicht extra den Verstärker einschalten sondern direkt den Ton haben, wenn ich den Fernseher einschalte.

[aartikel]B0033SM2BQ:right[/aartikel]Da der mini Displayport leider kein Soundsignal beinhaltet – obwohl das technisch möglich wäre – muss man sich hier einem zusätzlichen Adapter bedienen. Ein solcher „mini DisplayPort mit USB Audio zu HDMI Adapter“ greift einfach den Stereosound aus einem USB-Port ab und gibt ihn an das HDMI weiter. Somit erhält dann der TV via HDMI Bild- und Tonsignal. Diese Adapter werden von Dr.Bott, Higato oder Logilink angeboten und liegen bei knappen 50 EUR.

PTHVolumeDas Umschalten zwischen den Audioausgaben erfolgt am Mac – also entweder „USB Audio Device“ oder „Digital Output“. Da dies über die Systemsteuerung etwas mühselig ist, habe ich nach bequemeren Lösungen gesucht und bin fündig geworden. Das kleine Tool nistet sich in die Menüleiste ein und bietet somit eine schnelle Möglichkeit, das Audioziel einzustellen.

Kurzum ist der Mac mini das perfekte Mediacenter, wenn man einen optisch ansprechenden, absolut leisen und  effizienten (inaktiv verbraucht er im eingeschalteten Zustand weniger als 14 Watt, das schafft kaum ein anderer Desktop), qualitativ hochwertigen und vor allem mit einem zuverlässigen und modernem Betriebssystem ausgerüsteten Computer für das Wohnzimmer sucht. Das war mir dann auch den Mehrpreis von etwa 100 bis 200 EUR gegenüber günstigen Windows-Mediacenters allemal wert.

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Dienstag, den 13. April 2010 um 11:00 Uhr | 37.821 Besuche
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7 Kommentare zum Beitrag “Mac mini als Media-Center im Wohnzimmer”

  1. 1
    Martin schreibt:

    Interessanter Bericht – vor allem was die Sound-Ausgabe angeht. Ein Freund von mir hat auch einen MacMini – aber kriegt da teilweise keinen Digital Surround. Das werden wir mal probieren…

    Auch das mit den EyeTV-Filmen auf das iPhone finde ich cool – wobei ich mich immer frage: wenn jeder seine Filme via Netz überträgt, wann bricht dann das „Internet“ zusammen? :-))

    Unter mac-medien-center.de findest Du einen Erfahrungsbericht und Tutorial meines Medien Centers auf dem iMac – vielleicht mit Anregungen?

  2. 2
    Oliver schreibt:

    Hi Martin,

    vielen Dank für Deinen Link, nessViewer werde ich mir auf jeden Fall mal genauer anschauen.

    Ich glaub nicht, dass das Internet zusammenbrechen wird, da die Übertragungsrate bei Streaminganwendung relativ gering ist (im Vergleich zu Downloads, wo ja die volle heimische Brandbreite verwendet wird) – diese wird i.d.R. durch das Protokoll optimal ausgehandelt …

  3. 3
    Martin schreibt:

    Hallo Oliver,

    ich hoffe mal, daß ich jetzt nicht zu aufdringlich bin – aber hast Du mittlerweile Zeit gefunden Dir nessViewer anzugucken? Und wenn ja: Deine Meinung/Anregungen?

    Was die Übertragung-Bandbreiten angeht: ich finde Dich da sehr optimistisch. Für das iPhone mag das ja gelten – bei dem sehr kleinen Display. Aber beim iPad?
    Wenn ich dann noch lese, daß ja auch EyeTV die Daten vorab komprimiert (und sie somit auf der Mac-Platte vorhanden sind): warum nicht einfach via iTunes auf das iPad/iPhone/iPod rüberkopieren und dann dort schauen? Mit nessViewer kann ich genau das machen – und finde es mehr als angenehm mir weder über vorhandene Verbindungen noch über Übertragungsraten Gedanken machen zu müssen. :-)

  4. 4
    Oliver schreibt:

    Habs mir kurz angeschaut, nutzte es aber noch nicht – Betonung auf „noch“. Ich werde mir das neue iPad 2 holen und dann suche ich nach einer Möglichkeit, meine ganzen Serien, die ich inzwischen fast alle von DVD auf meinem Mini-Mac kopiert habe, auf das iPad zu streamen, um dann abends im Bett noch eine Folge zu schauen.

    Gruß ,,,

  5. 5
    Martin schreibt:

    Hallo Oliver,

    nach langer Zeit bin ich mal wieder auf Deinen Beitrag gestossen…

    Ich weiss nicht, ob es noch aktuell & interessant ist: aber nessViewer ermöglicht mit dem Medien-Server (und installiertem VLC) genau Deinen letzten Wunsch. Nämlich DVDs und (EyeTV-) Filme vom Mac auf das iPad zu streamen.

    Geht auch anders herum: auf dem iPad Filme suchen und dann via AirPlay auf dem Mac wiedergeben.

    Neben nessViewer für den Mac brauchst Du dazu auch noch die kostenlose App „nessViewer“.

    Vielleicht ja mal wieder eine kleine Anregung?

  6. 6
    Oliver schreibt:

    Danke Dir für den Hinweis. Schau ich mir gerne mal an ,,,

  7. 7
    Martin schreibt:

    Hallo Oliver,

    das ging ja schnell. :-)

    Wenn Du Hilfe dabei brauchst, kannst Du gerne das Forum auf meiner Seite nutzen. Würde mich freuen in Kontakt zu bleiben!

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